Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 13. Mai 2003

Der Hudekamp ist auf Trab

Ute Schenk sitzt im Rollstuhl und leitet im Hudekamp Gymnastikgruppe

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Immer wieder dienstags: Ute Schenk sitzt im Rollstuhl und traniert eine Sportgruppe: Matthias Schmidt, Renate Klug, Ute Schenk mit Nawzen, Monika Stracke und Ikhlas Gorges (v.li.).

"Der größte Hund im Hudekamp ist der Schweinehund", sagt Ute Schenk, lacht und erklärt damit, warum nur eine Handvoll Bewohner des Hudekamps den Weg in das Nachbarschaftsbüro gefunden hat, um Sport zu treiben. Anderswo ist das mit dem Schweinehund wohl nicht anders. Aber darum soll es nicht gehen.

Ute Schenk ist 46 Jahre alt, wohnt mit ihrer Familie im Hudekamp und hat alles andere als ein Problem mit ihrem Schweinehund: Seit Kindesalter sitzt sie im Rollstuhl. Ihre Behinderung hält die Querschnittsgelähmte nicht davon ab, ihren Körper so weit es geht zu traninieren: Sie tanzt, spielt Tischtennis, kegelt und schwimmt. Damit nicht genug: Seit Februar leitet sie zudemeine Frauensportgruppe im Nachbarschaftsbüros Hudekamp. Umsonst macht sie das, einfach so: "Weil es Spaß macht." Anlaß für Renate Schenk, eine Sportgruppe im Hudekamp zu schaffen, war eine bestandene Prüfung zur Fachübungsleiterin "Rehabilitationssport", die sie im vergangenen Jahr absolvierte.

Bis zu elf Frauen - inzwischen auch ein Mann - versammeln sich jeden Dienstag, halb acht, in dem rund 25 Quadratmeter großen Gruppenraum. "Reine Sportzeit ist rund eine Stunde. Wir klönen auch ein bißchen", sagt Schenk. Es gehe darum, den Körper zu bewegen, sich zu treffen, zu entspannen. "Wir bilden hier keine Bodybuilder aus." In Schweiß kommen Matthias Schmidt, Ikhlas Gorges, Renate Klug und die elfjährige Nawzen dennoch. Sie biegen zur Musik von Wolfgang Petry ihre Oberkörper rauf und runter, hin und her, heben das Bein x-mal erst in die eine, dann in die andere Richtung, traninieren Bauch- und Rückenmuskeln. Schenk spornt die anderen nicht nur an, "und eins und ab, und zwei und ab, und drei und ab", sondern macht - so gut es geht - mit. Kreisen die Teilnehmer die Füße, kreist Schenk die Hände. Die Sportstunde kommt offenbar an: "Bestens macht Ute das. Ich fühle mich wie neu geboren", sagt Renate Klug.

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