Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 27. Mai 2003

Musik bis Mitternacht

Einigung erzielt: Travemünder Woche endet freitags und sonnabends um 1 Uhr

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und die Segler bekommen ihren Schlaf Helge und Christian Sach bei der Formula-18-WM im Rahmen der Travemünder Woche 2002; Foto: ok Press

Diesmal wird die Party den Gästen der Travemünder Woche nicht vermiest. Freitags und sonnabends darf bis 24 Uhr auf Bühnen und an Ständen Musik laufen, bis ein Uhr dürfen die Gastronomen Gästen Bier, Sekt und Selters ausschenken. An den anderen Tagen klingt bis 23 Uhr Musik aus den Boxen, Ausschankschluß ist um Mitternacht. Innensenatorin Dr. Beate Hoffmann (CDU), Dr. Claus Stolze vom Lübecker Yacht-Club als Veranstalter des Segelspektakels, und Johann W. Wagner, Geschäftsführer der LTS (Lübeck und Travemünde Tourist-Service GmbH) gaben die Lösung bei einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag bekannt.

"Wenn sich alle daran halten, haben wir viel erreicht", sagte Dr. Beate Hoffmannn. Alle Beteiligten hätten sich mit der Regelung einverstanden erklärt - auch die Anwohner, die sich im vergangenen Jahr ob des Lärms beschwert hatten.

Bei der Travemünder Woche im Jahr 2002 hatte es im Vorfeld viel Wirbel um Lärm, Musik und Veranstaltungsende gegeben. Anwohner hatten gedroht, daß sie das gesetzlich geregelte Ende der Veranstaltung um 22 Uhr gerichtlich durchsetzen würden, Veranstalter und Kommunalpolitiker verurteilten die Diskussion als imageschädigend. Letztlich hatte die Innensenatorin zumindest für die Sonnabende eine Ausweitung der Veranstaltung bis Mitternacht durchsetzen können. Bei der 114. Travemünder Woche vom 18. bis zum 27. Juli nun, sieht es so aus, als könnten alle auf ihre Kosten kommen: Besucher,Anwohner, Veranstalter und Gastronomen.

Mit einem Lärmschutzsachverständigen wurde eine technische Lösung entwickelt, nach der die Frontalbeschallung an den Bühnen umgestellt wird auf eine "Sechs-Punkte-Beschallung". Das heißt, statt aus bisher zwei klingt aus sechs besonders angeordneten Lautsprechern die Musik, was einerseits ermöglicht, diese leiser laufen zu lassen, andererseits aber keine Abstriche bei der Akustik bedeutet. "Das Hörerlebnis ist besser", sagte Manfred Hellberg vom Bereich Umweltschutz. Zudem werden Bühnen und Stände im Hinblick auf Beschallung bewußt plaziert, um lästige Überschneidungen zu vermeiden. "Mit diesem Kompromiß können wir als Co-Veranstalter leben", sagte Wagner. Auch Dr. Stolze begrüßte die Regelung: "Die Lösung kommt uns entgegen." Segler feierten gern, aber in Maßen. "Sportler brauchen ihren Schlaf."

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