Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Lolli ja, Flachmann nein

Kiosk Bali: Jugendliche lernen wirtschaftliche Strukturen kennen

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Steffi bediente einen der ersten Kiosk Kunden; Foto: C. Przywara

Ganz leise und ohne Brimborium", so Hauswirtschaftsleiterin Birgit Zirpins, haben die Jugendlichen vom Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszentrum Lübeck Innenstadt (Bali) ihren Kiosk bereits vor einigen Tagen aufgemacht. Denn wenn der blaue Pavillon an der Travemünder Allee, Ecke Gertrudenkirchhof, am Mittwoch, 22. April, 12 Uhr, offiziell seiner Bestimmung übergeben wird, wollen die Jugendlichen schon geübte Kioskverkäufer sein.

Wie berichtet, befindet sich der Kiosk, der nun mehr als ein Jahr leergestanden hat, in städtischem Besitz. Die Idee, ihn durch die Jugendlichen vom Bali betreiben zu lassen, ist im Stadtpflege-Projekt entstanden, das sich wiederum um Sauberkeit, Sicherheit und soziale Brennpunkte der Stadt kümmert. Der Kiosk dient den Jugendlichen zur Berufsvorbereitung. Die lernbeeinträchtigten 16- bis 20jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen den Umgang mit Kunden und Wirtschaftsstrukturen kennenlernen und so zu eigenverantwortlichem Handeln geführt werden. Die Erfahrungen im Lernprojekt sollen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

"Bis sich die Jugendlichen eingearbeitet haben, wird von uns immer noch jemand dabei sein", berichtet Birgit Zirpins. "Wir verstehen uns als Lernberater", ergänzt Bernt Goebel, pädagogische Fachkraft beim Bali. "Wir wollen im Hintergrund handeln und nur eingreifen, wenn es notwendig ist."

Die Jugendlichen öffnen ihren "Kiosk Bali" an den Wochentagen morgens früh um 7 Uhr und schließen gegen 15 Uhr. Dann räumen sie auf, rechnen ab, fegen den Vorplatz. Sie verkaufen weder Zigaretten noch Alkohol, dafür aber Süßigkeiten, Getränke in Einwegflaschen und Zeitschriften, vorwiegend für Jugendliche, wie beispielsweise Skater- und Computerfachblätter und Comic-Hefte. Für Touristen liegen Informationsbroschüren und Pläne von der Innenstadt aus. Was künftig noch ins Sortiment aufgenommen wird, richtet sich nach den Bedürfnissen der Kunden. Diese bestehen vorwiegend aus Schülern der benachbarten Geschwister-Prenski-Schule.

An jedem Wochentag ist ein anderes Dreier-Verkaufsteam vertreten, da die Schüler an den anderen Tagen zur Berufsschule gehen oder im zweiten Lernprojekt, dem Café Bali , beschäftigt sind.

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