Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Änderungen dienen dem Wohl des Kindes

Künftig soll weniger das Recht, sondern mehr die Pflicht, für das Kind zu sorgen, in den Vordergrund treten. Das sagte die Möllner Rechtsanwältin Marianne Grahl in ihrem Vortrag in der Volkshochschule über die neuen Regelungen im Kindschaftsrecht, die ab 1. Juli diesen Jahres in Kraft treten sollen.

Marianne Grahl erläuterte die wesentlichen Neuerungen, die vor allem nicht verheiratete Eltern betreffen und darauf abzielen, mehr zum Wohle des Kindes zu handeln. In Scheidungsfällen kann künftig eine Verfahrenspflegschaft beantragt werden, die das Kind während dieser Zeit begleitet und ihm hilft, die Trennung seelisch einigermaßen unbeschadet durchzustehen.

Das geteilte oder ganze Sorgerecht kann mit Zustimmung der Mutter nun auch auf den unverheirateten Vater übertragen werden. Verboten ist es, daß zur Durchsetzung des Umgangsrechts Zwangsmittel gegen das Kind angewandt werden.

In die Regelungen zum Kindschaftsrecht wurde nun folgender Absatz aufgenommen: "Entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, insbesondere körperliche und seelische Mißhandlungen, sind unzulässig."

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