Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 08. Juli 2003

Schnitzen, sprühen, Spaß haben

Bis zur Eröffnung von Sand World haben die Skulpteure noch jede Menge zu tun

2840102.jpg
Anique Kuizenga findet es faszinierend mit Sand künstlerisch zu arbeiten. ; Foto: N. Neubauer

"Ich bin abhängig", sagt Anique Kuizenga, grinst und zieht die Schultern hoch. Der Stoff, an dem Anique hängt, heißt Sand. Wenn sie mit einer Art Maurerkelle, einem Pinsel und Wasser Blöcke aus Sand bearbeitet, vergißt sie alles um sich herum. "Man nimmt gar nicht wahr, daß man acht Stunden arbeitet."

75 Sandskulpteure und -skupteurinnen aus aller Welt schaffen seit Montag vergangener Woche auf dem Priwall in Travemünde eine Welt aus Sand. Sie schneiden, schnitzen und glätten den Sand, besprühen ihn mit Wasser - naß läßt er sich besser bearbeiten. Noch bis Donnerstag arbeiten sie auf Hochtouren, denn am Freitag schon öffnet Sand World seine Pforten. In weniger als zwei Wochen werden dann die Carver, so nennen sich die Sandskulpteure, auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände einen Sandskulpturenpark mit 40 bis zu elf Meter hohen Figuren errichtet haben.

"Es ist faszinierend, die Kunstwerke wachsen zu sehen", beschreibt die 28jährige Anique die Faszination, mit Sand zu arbeiten und betrachtet ihr Werk: Einen Höhlenmenschen mit einer eindrucksvollen Mimik.

Die Welt, die die Carver hier aus 9000 Tonnen Spezialsand erschaffen, ist beeindruckend: Ein paar Schritte vom Höhlenmenschen entfernt, entsteht die Sphinx, noch ein paar Schritte weiter wachsen Maya-Stätten empor und noch paar Schritte weiter werden aus Sand Köpfe großer Erfinder geformt. Da ist etwa Johannes Gutenberg zu erkennen oder auch Thomas Edison.

Zu sehen sein werden die fünf Kontinente mit ihren architektonischen Weltwundern und wunderbaren Erfindungen: Darunter werden der Koloß von Rhodos, der Tempel der griechischen Göttin Artemis, das Kolosseum des alten Rom genauso sein wie Erfindungen der Neuzeit, die das Leben der Menschen von Grund auf beeinflußten und veränderten.

Die Carver haben zwar einen langenArbeitstag, der morgens um 10 beginnt und gegen 19 Uhr endet, aber sie haben jede Menge Spaß: Gute-Laune-Musik beschallt das Gelände und in einem Zelt stehen den ganzen Tag über Getränke parat. "Travemünde ist schon was ganz Besonderes", meint auch Anique. Die Atmosphäre sei locker und der Platz einfach einzigartig.

Wer den Carvern bei der Arbeit zuschauen will, muß sich sputen. Bis Sonntag sind sie noch in Travemünde und geben den Figuren den letzten Schliff, danach geht es weiter zum nächsten Sandskulpturenfestival.

Veranstalter von Sand World ist die Lübeck und Travemünde Tourist-Service GmbH (LTS), die in diesem Jahr mit rund 220 000 Besuchern rechnet. Im vergangenen Jahr zählte die LTS über 190 000 beim ersten Festival dieser Art. Der Skulpturenpark ist bis zum 7. September montags bis donnerstags von 10 bis 23 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 24 Uhr geöffnet (Kassenschluß jeweils eine Stunde vorher). Während der Travemünder Woche vom 18. bis zum 27. Juli und während des Cutty Sark Tall Ships' Race vom 21. bis zum 24. August ist der Park täglich bis 24 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,50 Euro, Kinder im Alter bis zu vier Jahren haben freien Eintritt, Kinder von fünf bis elf Jahren zahlen vier Euro. Die Hin- und Rückfahrt für Fußgänger mit der Priwallfähre ist im Preis enthalten.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de