Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 15. Juli 2003

Mehr Badespaß statt Kürzungen!

V.i.S.d.P.: Bernd Möller

Bündnis 90 / Die Grünen

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Autor: Rolf Klinkel

In der Bürgerschaftssitzung am 19.06.03 setzte sich die CDU mit einem Sozialkahlschlag-Antrag durch, mit dem sie die Ermäßigungen für den Schwimmbad-Besuch von Lübeck-Pass- BesitzerInnen ersatzlos strich.

Den Lübeck-Pass erhalten vorwiegend Arbeitslose und SozialhilfeempfängerInnen. Durch Vorlage dieses Ausweises wird in den Schwimmhallen nur der halbe Eintrittspreis fällig, in den Flussbadeanstalten ist der Eintritt frei. Diese Regelung gilt jetzt nur noch bis Ende dieses Monats. Danach sollen die Schwimmbäder eigene Ermäßigungen einführen. Darüber will der Aufsichtsrat der Schwimmbädergesellschaft am 22. Juli beraten. Der Aufsichtsrat besteht nur aus VertreterInnen der CDU und SPD. Nach Presseberichten wollen die schwarz-roten BadepolitikerInnen die Ermäßigungen des Lübeck-Passes nicht in vollen Umfang übernehmen. Sie beabsichtigen die Preisnachlässe für den Schwimmbadbesuch von 50 auf 20 Prozent abzusenken und das freie Baden in den Flussbadeanstalten ganz abzuschaffen. Eine solche Regelung wird besonders finanzschwache Familien treffen. Diese Menschen können keine Ferienreisen unternehmen, sie haben im Sommer nur die Möglichkeit in den Flussbadean- stalten zu baden. Nach dem Wegfall oder der Kürzung der Vergünstigungen in den städtischen Badeanstalten müssen dann die armen Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, auf ihr sommerliches Badevergnügen verzichten. Die gleichen PolitikerInnen, die Zuschüsse für arme Menschen streichen, setzen bei Zuwendungen, die vor allem ein wohlhabenderes Klientel in Anspruch nimmt, wie z. B. Subventionen für den Flughafen Blankensee (Euro 1 Mio.) oder für die MuK (Euro 1,5 Mio.) keinen Rotstift an. Die Moral solcher "Sozialdemolierer" lautet: Den Armen nehmen und den Reichen geben!

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