Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 26. August 2003

"Nichts wäre schöner als Stau"

Bürgerschaft: Kostenlose Parkplätze in der Innenstadt contra Gebühren am Flughafen

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Kostenloses Parken am Flughafen bald ein Ende?; Foto: M. Erz

Grund für den Antrag ist das jüngste Einzelhandelsgutachten, wonach Lübeck in vielen Köpfen mit dem Auto noch immer als unerreichbar gilt. "Das wollen wir ändern und dazu brauchen wir eine einfache Botschaft", erklärt Klaus Puschaddel, CDU-Fraktionsvorsitzender, das Konzept. Den Sonnabend habe man genommen, weil er traditionell der Familieneinkaufstag sei.

"Nichts wäre schöner als Stau, würde das doch den Erfolg dokumentieren", entkräftet er die Kritiker, die ein Verkehrschaos durch Parkplatzsuchende befürchten. Und zur Finanzierung schlägt er vor, daß das Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck GmbH (KWL) beispielsweise auch in den Abendstunden bei Veranstaltungen Gebühren erheben solle. "Außerdem erwarten wir, daß sich die Wirtschaft an dieser Werbeak-tion finanziell beteiligt", sagt Puschaddel.

Als "Schnellschuß aus dem Bauch heraus" beurteilt hingegen Peter Reinhardt, SPD-Frak-tions vorsitzender die Idee. "Anwohner und Leute, die in der Stadt arbeiten, werden die Park-plätze schon früh morgens belegen, so daß für die Kunden kein Platz mehr bleibt."

Bürgermeister Bernd Saxe, der letztendlich die Entscheidung der Bürgerschaft umsetzen muß, erwartet von der Politik auch einen Finanzierungsvorschlag. Denn einen Verlust von jährlich 420 000 Euro könnte die KWL nicht verkraften.

Doch nicht nur das Parken in der Innenstadt beschäftigt die Politiker. Die SPD will das kostenfreie Parken am Flugplatz beenden, ein entsprechender Antrag liegt vor. "Es ist eine Einnahmequelle, die der Flugha-fen zur Zeit noch nicht nutzt", so Reinhardt. Es sei dringend notwendig, das Defizit mit allen Mitteln zu reduzieren. "Andere Flughäfen bitten ihre Gäste auch zur Kasse".

Gerade das kostenlose Parken mache den Flughafen attraktiv, hält Puschaddel dagegen. "Bevor bezahlt wird, werden wahrscheinlich die umliegenden Wohngebiete zugeparkt", so Puschaddel. Dies könne man den Anwohnern nicht zumuten.

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