Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 07. Oktober 2003

Erfolgreicher Ordnungsdienst

Senatorin setzt sich für personelle Verstärkung ein - Lübeck beispielgebend

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Freundlich, präventiv, präsent lautet die Devise von Yvonne Steinhoff und Petra Schmalle, die seit Mai für Ordnung sorgen in der Hansestadt.; Foto: N. Neubauer

Vor wenigen Monaten erst ist der Ordnungsdienst in der Hansestadt Lübecks eingeführt worden, schon jetzt zeigt sich, daß sich die Neuerung bewährt hat: "Unser Beispiel macht Schule", sagte Senatorin Dr. Beate Hoffmann (CDU), als sie am vergangenen Dienstag eine erste Bilanz zum neuen Ordnungsdienst zog. Andere Städte hätten sich bereits in Lübeck nach dem Ordnungsdienst erkundigt und wollten nun nachziehen, so die Senatorin für Umwelt, Sicherheit und Ordnung.

Im Mai war der sogenannte Ordnungsdienst eingeführt worden. Seither sind sieben Frauen im gesamten Stadtgebiet von 8 bis 18 Uhr unterwegs und sorgen in verschiedener Hinsicht für Ordnung. Sie fordern etwa Hundehalter auf, ihre Vierbeiner anzuleinen oder den Kot zu beseitigen. Sie sorgen dafür, daß stehengelassene Schrottautos genauso verschwinden, wie Müll auf Spielplätzen. Sie kontrollieren Gelbe Säcke auf ihren Inhalt und halten Anwohner an, diese nicht zu früh an den Straßenrand zu stellen. Auf ihren Streifzügen durch die Straßen Lübecks markieren sie Fahrradwracks mit Aufklebern, die darauf hinweisen, daß diese, wenn sie nicht abgeholt, entsorgt werden. Zudem verteilen die Frauen Knöllchen an Falschparker.

360 Autos

Kai Soomann, Leiter des Ordnungsdienstes, sagte, von Mai bis September hätten seine Mitarbeiterinnen bereits 360 Altautos ausfindig gemacht. "60 Prozent sind von den Haltern entfernt worden, bevor wir mit dem Abschleppwagen kommen mußten." Weitere zehn Prozent habe man abgeschleppt. Im Fokus der sieben Frauen stand in den ersten Wochen ihres Wirkens zudem die Brandenbaumer Landstraße, die immer wieder als Verkaufsfläche von Autos herhalten mußte. Soomann berichtete, daß es dem Ordnungsdienst zunächst gelang, die "Händler" zu vertreiben. Ende Juni habe dort keiner mehr ein Fahrzeug verkauft. Wenige Wochen später allerdings hätte der Ordnungsdienst wieder eingreifen müssen, da die Fläche abermals als Verkaufsfläche genutzt wurde. Um diesen Mißstand langfristig in den Griff zu bekommen, kontrollieren die Frauen nun alle vierzehn Tage den Standort.

Wie Soomann betonte, arbeite der Ordnungsdienst dabei stets mit den entsprechenden Bereichen der Hansestadt zusammen. Entdeckten seine Mitarbeiterinnen zum Beispiel entsorgte Autoreifen und Gartenabfälle, wenden sie sich an die Entsorgungsbetriebe, die dann ihre Leute schickten, um den Mißstand zu beseitigen.

Auf Hilfe angewiesen

Soomann betonte, daß seine Abteilung auch Hinweise der Bevölkerung benötigt. "Mit sieben Leute kann man nicht das gesamte Stadtgebiet durchkämmen, wir sind auf Mithilfe angewiesen." Die Senatorin hofft, den Ordnungsdienst im nächsten Jahr bereits auf zehn Mitarbeiter aufzustocken und ihn zeitlich bis in die Abendstunden hinein auszuweiten.

"Wir sind alle zufrieden", sagte Yvonne Steinhoff stellvertretend für ihre Kolleginnen. Anfangs sei sie skeptisch gewesen, wie die Lübecker und Lübeckerinnen reagierten - unbegründet, wie sich herausstellte: "Bis jetzt haben sie nur positiv reagiert", keiner meckere, wenn sie auf Fehlverhalten aufmerksam mache. "Freundlich, präventiv, präsent", laute die Devise, so Soomann, "wir wollen nicht Rambo sein". Telefonisch ist der Ordnungsdienst unter der Rufnummer 122-33 82 zu erreichen.

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