Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Juni 2018

Ausgabe vom 14. Oktober 2003

Filmfestival soll festlich werden

Gala zur Eröffnung der 45. Nordischen Filmtage - 134 Filme im Programm

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Skurrile Geschichten bekommen Kinofans bei den Nordischen Filmtagen zu sehen. Das Bild zeigt eine Szene aus "Kitchen Stories.; Foto: NFL

In gut zwei Wochen ist es wieder so weit: Am Donnerstag, 30. Oktober beginnen die 45. Nordischen Filmtage Lübeck (NFL)und damit wird die Hansestadt vier Tage lang im Zeichen des Kinos stehen. "Das Filmfestival ist eines der wichtigsten Ereignisse der kulturellen Szene Lübecks", sagte Kultursenatorin Annette Borns (SPD) in einer ersten Pressekonferenz im Radisson SAS Senator Hotel zum Festival am vergangenen Donnerstag. Zusammen mit Dr. Ingaburgh Klatt (Leiterin des Bereichs Kunst und Kultur), Linde Fröhlich (künstlerische Leitung der NFL), Angela Buske (Filmforum Schleswig-Holstein), Jeanette Würl (NDR) und Frank Baake (Musik- und Kongreßhalle) stellte die Senatorin das Programm vor.

Die Nordischen Filmtage vom Donnerstag, 30. Oktober, bis zum Sonntag, 2. November, werden - wie im vergangenen Jahr bereits - mit einer Gala in der MuK eröffnet. Allerdings mit dem Unterschied, daß dieses Filmfest diesmal eine öffentliche Veranstaltung ist, die nicht im Konzertsaal, sondern im Foyer über die Bühne geht. "Das Filmfest ist ein Versuch, den Auftakt glamouröser zu gestalten", sagte Dr. Klatt. Festlich und zugleich cineastisch soll es werden: Marc Adam vom Theater Lübeck moderiert, ein sogenannter Video-Jockey liefert Filmbilder samt passender Musik während in einem separaten Raum Kurzfilme über die Leinwand flimmern.

Film ab heißt es an den vier Tagen für 134 Filme, die aus den nordischen und baltischen Ländern sowie aus Schleswig-Holstein stammen und in den Sälen des CineStar Filmpalastes und im Kino Hoffnung zu sehen sind. Um dem Publikumsandrang der vergangenen Jahre gerecht zu werden, sind in diesem Jahr in acht Sälen, einem mehr als zuvor, die Filme unterschiedlichster Genres zu sehen. Auftaktfilm ist der Film "Dogville" mit Nicole Kidman von dem dänischen Starregisseur Lars von Trier. Linde Fröhlich kündigte "Kino mit starken und skurrilen Geschichten" an. Das besondere sei die große Anzahl junger Regisseure.

Zudem ist für Freitag, 31. Oktober, ein Workshop für Dokumentarfilmschaffende mit Richard Leacock geplant, der sich thematisch um neue Entwicklungen im Dokumentarfilmbereich dreht.

Diskussion mit Promis

Der Sonnabend des Festivals, 1. November, steht im Zeichen Willy Brandts. Zwei NDR/Arte-Produktionen erinnern an den Sohn Lübecks: Der zweiteilige Spielfilm "Im Schatten der Macht" von Oliver Storz, in dem Brandt-Sohn Matthias Brandt mitspielt, und die Dokumentation "Willy Brandt - Eine Jahrhundertgestalt", in der Peter Merseburger ein faszinierendes Porträt des Politikers liefert. Im Anschluß an die Filme wird eine Diskussion stattfinden, zu der sich Peter Merseburger, Egon Bahr und Günter Grass angekündigt haben. Ob Matthias Brandt kommen wird, ist noch unklar.

Im Kinder- und Jugendfilmprogramm laufen zudem zahlreiche Streifen fürs junge Publikum, auch jede Menge Kurzfilme sind im Programm sowie Produktionen aus Schleswig-Holstein. Die Retrospektive ist in diesem Jahr den Produzenten gewidmet, von denen vier der führenden der skandinavischen Länder nach Lübeck kommen: Jörn Donner (Finnland), Katinka Faragó (Schweden), Per Holst (Dänemark) und John M. Jacobsen (Norwegen).

Filmtage haben Strahlkraft

Die Nordischen Filmtage strahlten weit über die Grenzen der Stadt hinaus und haben eine große Bedeutung für den Norden und den Ostseeraum, sagte Senatorin Borns. "Sie werden ein wichtiges Standbein sein für die Bewerbung Lübecks als Kulturhauptstadt Europas", kündigte sie bereits an.

"Wir wünschen uns weitere Sponsoren", sagte Dr. Ingaburgh Klatt. Das Festival habe ein Volumen von fast 500 000 Euro, den Löwenanteil trage die Hansestadt Lübeck mit 52 Prozent (Personalkosten eingerechnet) als Veranstalterin, der NDR beteiligt sich mit 75 000 Euro, das Land Schleswig-Holstein mit 48 000 Euro, hinzu kommen zahlreiche weitere Unterstützer. Einige hätten jedoch angekündigt, das Festival im kommenden Jahr nicht mehr zu fördern. So ist in diesem Jahr bereits die Unterstützung der Eröffnungsgala durch NDR und Arte weggefallen, so daß für das Filmfest am 30. Oktober in der MuK Eintritt erhoben wird. Die Einzelkarte kostet 45 Euro, die Doppelkarte 68 Euro, Essen vom Radisson SAS Senator Hotel und Getränke inklusive. Die Eintrittskarten sind zuzüglich der Gebühren an den bekannten Vorverkaufsstellen zu bekommen.

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