Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 22. September 2018

Ausgabe vom 14. Oktober 2003

"Videoüberwachung kein Allheilmittel"

Präventionsfachleute tagten zu Sicherheit und Ordnung in Lübeck

Videoüberwachung ist kein Allheilmittel, sind sich die Präventionsfachleute, die in der vergangenen Woche in Lübeck tagten, einig. Es könne lediglich ein ergänzendes Mittel in der Bekämpfung von Kriminalität sein.

Experten aus mehreren Großstädten trafen sich am vergangenen Donnerstag und Freitag in der Hansestadt Lübeck, um in den Räumen des Fachbereichs IV über Themen zur Sicherheit und Ordnung in Innenstädten zu tagen. Die Teilnehmer, die unter anderem aus Bonn, Stuttgart, Frankfurt, Chemnitz und Düsseldorf anreisten, sind Mitglieder des "Städtenetzwerkes für mehr Toleranz und Gewaltlosigkeit". Sie befaßten sich unter anderem mit Unordnung im öffentlichen Raum, Alkoholkonsum und agressivem Betteln.

Außerdem tauschten sie sich zum Thema Videoüberwachung aus und diskutierten über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Kommune, Polizei, privaten Sicherheitsdiensten und Geschäftsleuten.

"Die Straftaten gehen in diesem Bereich gen Null", berichtete ein Fachmann aus Stuttgart. Fünf Kameras habe man in einem Bereich des Stadtkerns installiert, der als Kriminalitätsschwerpunkt galt. Gerade erst im Sommer seien sie abmontiert worden, da nun kein Kriminalitätsschwerpunkt mehr bestehe. In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs werde nun über den flexiblen Einsatz von Kameras nachgedacht. Von ähnlich positiven Erfahrungen mit der Videoüberwachung berichtete auch ein Teilnehmer aus Hessen.

Karl-Heinz Georg, Geschäftsführer des Kriminalpräventiven Rates der Hansestadt Lübeck, betonte, daß die Installation von Videokameras wohl bedacht werden müsse. Der Standort müsse ein Kriminaltitätsschwerpunkt sein, zudem seien die Kosten - insbesondere für das Personal, das die Bilder auswertet - zu bedenken.

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