Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 10. Dezember 2018

Ausgabe vom 14. Oktober 2003

Es tut sich was in St. Lorenz

Halbzeit für das Projekt "Soziale Stadt" - Projekt endet 2007

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Der Spielplatz Angelnweg ist eines der Projekte der "Sozialen Stadt".; Fotos Privat

"Es läuft einfach klasse", sagt Karen Hartmann. Die Leiterin des Projekts "Soziale Stadt" in St. Lorenz, zieht nach knapp vier Jahren Laufzeit Zwischenbilanz. Und die fällt auf ganzer Linie positiv aus. "Die Leute haben den Eindruck, in St. Lorenz passiert etwas."

Am Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt", das seit 1999 besteht, beteiligen sich gegenwärtig 300 Quartiere in 214 Städten und Gemeinden, in Schleswig-Holstein neben Lübeck unter anderen in Flensburg, Kiel und Neumünster. Das Programm wurde als Ergänzung zur Städtebauförderung aus der Taufe gehoben, um der sozialen und räumlichen Polarisierung in den Städten entgegenzuwirken. Ziel ist die zukunftsfähige Entwicklung von Gebieten innerhalb einer Stadt, in denen auf Grund stadträumlicher Strukturen und sozialer Probleme und Konflikte das Abrutschen ins soziale Abseits zu befürchten ist. "Es reicht nicht, nur in Mauersteine zu investieren, es muß auch die Arbeit mit Menschen einbezogen werden", sagt Hartmann.

Gerade in St. Lorenz sind soziale Maßnahmen wichtig: In dem rund 11 000 Einwohner zählenden Stadtteil liegt die Anzahl der Sozialhilfeempfänger rund doppelt so hoch wie im gesamtstädtischen Durchschnitt, der Anteil von Alleinerziehenden ist zudem besonders hoch. Während in Lübeck jeder vierte Bewohner in einer Eigentumswohnung oder in einem Eigenheim lebt, tun dies in St. Lorenz nur 13 Prozent.

Für die Soziale Stadt stehen bis 2007 insgesamt 3,4 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zu einem Drittel von der Hansestadt Lübeck, dem Land Schleswig-Holstein und dem Bund aufgebracht werden. Mit der Durchführung beauftragt ist die STEG (Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Hamburg mbH), für die Karen Hartmann tätig ist. Eine studentische Hilfskraft unterstützt die 50jährige Stadtteilmanagerin.

In den ersten Jahren des Projektes hat sich bereits einiges getan. Hartmann organisierte Bürgerforen, Flohmärkte und Stadtteilfeste. Unter der Beteiligung von Kindern wurden zwei Kinderspielplätze entwickelt und eingeweiht (Hanseplatz und Angelnweg) und mit dem Stadtteilraum haben verschiedene Gruppen die Möglichkeit, sich zu treffen: Senioren nutzen ihn, Anonyme Alkoholiker und Frauen, die Sprachen lernen wollen. Außerdem organisiert Hartmann immer wieder Aktionen zur Sauberkeit im Stadtteil, zuletzt versuchte sie, die Bevölkerung für die Verschmutzung der Straße durch Hundekot zu sensibilisieren.

Den Erfolg des Projektes schreibt die STEG-Mitarbeiterin sich aber nicht allein auf die Fahne: "Die Arbeit ist dann sinnvoll, wenn man Bündnispartner findet. Das ist das A und O", sagt sie und das ist in Lübeck glücklicherweise der Fall. Die Gewerbetreibenden am Hansering seien beispielsweise aktiv und engagiert, die Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftsbüro, den Schulen und den Vereinen funktioniere sehr gut. Preisgekrönt ist etwa das Spiel Lorenzomania, das Hartmann zusammen mit einer Schule entwickelte.

Nicht zuletzt ist der Erfolg der guten Zusammenarbeit zwischen STEG und der Verwaltung zu verdanken: Monatlich trifft sich eine Lenkungsgruppe zum Projekt Soziale Stadt, die sich aus Mitarbeitern der Fachbereiche Wirtschaft und Soziales, Kultur und Stadtplanung zusammensetzt. "Die kurzen Wege in die Verwaltung erleichtern uns die Arbeit", so Hartmann. Nicht zuletzt trägt auch die Trave Grundstücksgesellschaft mbH mit der Sanierung der Quartiere Ritterstraße/Bergenstraße und der Stettiner Straße sichtbar dazu bei, daß sich etwas tut in St. Lorenz.

Umgestaltung Hansering

Die Umgestaltung des Hanserings ist das Vorhaben, das Hartmann in den kommenden Jahren nun gemeinsam mit allen Beteiligten umsetzten will. Das Vorhaben - die Umgestaltung kostet rund 700 000 Euro - ist das Herzstück der Sozialen Stadt. Zudem soll der Jugendtreff in der Dornestraße renoviert sowie die ehemalige Stadtteilbibliothek wieder mit Leben gefüllt werden.

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