Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 24. Juni 2018

Ausgabe vom 14. Oktober 2003

Hochschule: Lobby für Lübeck gesucht

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Autor: Klaus Puschaddel

V.i.S.d.P. Klaus Puschaddel

Regelmäßig werden die Lübekker Hochschulen von Hiobsbotschaften aus Kiel heimgesucht. Das Zittern um den Verwaltungssitz der Unikliniken ist gerade überstanden, schon stehen wieder negative Schlagzeilen fest.

Das Medizinische Laserzentrum und der Bereich Bauwesen an der Fachhochschule stehen zur Disposition. Hat die Hochschulpolitik der Landesregierung überhaupt ein System? Schon bei der Entscheidung um den Verwaltungssitz der Unikliniken hatte man sich gewundert. Nicht die besseren Zahlen und Argumente, son-dern ein Protestbrief der Lübecker Wirtschaft hatte im letzten Moment bewirkt, dass man sich die Verwaltung mit Kiel teilen darf. Bedenklich stimmen nun die jüngsten Kürzungsvorhaben beim Laserzentrum. Zuerst nennt die Erichsen-Kommission die medizintechnischen Voraussetzungen als eines der Argumente für einen starken Uni-Standort Lübeck. Und dann wird durch die Hintertür einer der Säulen dieser Medizintechnik die Grundfinanzierung weggekürzt. Wird die Fachhochschule das nächste Ziel der Streichliste? Natürlich gehört das Bauwesen nach Lübeck. Innovativ ist das Zusammenspiel von Bauingenieurwesen und Architektur verwirklicht worden. Das hat immerhin auch die Erichsen-Kommission bemerkt. "Vom Umgang mit deren Empfehlungen wünscht man sich vom Simonis-Kabinett mehr Ehrlichkeit", fordert die CDU-Fraktion. Die Umsetzung der Vorschläge werden versprochen, aber nicht verwirklicht. Die Lobby der KERN-Region um Kiel und Eckernförde ist in der Staatskanzlei stark vertreten und aktiv. Lübeck muss lernen, als Hochschulstadt lauter zu werden, der Bürgermeister, Studenten, Professoren, Wirtschaft und Politik müssen künftig noch mehr Lobbyarbeit betreiben. Damit diese Art der Hochschulpolitik ein Ende hat.

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