Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. April 2019

Ausgabe vom 04. Mai 2004

Kleingärten rund um die Uhr mit Strom versorgen

CDU

Die Idee der SPD - Fraktion, die städtischen Kleingärten mit Strom rund um die Uhr zu versorgen, klingt zunächst einmal für die Kleingärtner recht verlockend.

Würde dies bei einer Umsetzung doch bedeuten, dass die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in der Hansestadt Lübeck zukünftig praktisch in ihren Lauben wohnen und schlafen könnten. Aber, es ist mit diesem Antrag wie mit vielen Anträgen und Ansinnen der Sozialdemokraten in Berlin, Kiel und Lübeck. Eine vielleicht gute Idee, die dann dilettantisch und vollkommen unausgegoren auf die schnelle umgesetzt wird, ohne die Folgen für die Betroffenen zu bedenken. Eine Annahme dieses - übrigens rechtswidrigen Antrages - würde zum jetzigen Zeitpunkt dazu führen, dass die Pachten für die Kleingärten aufgrund der nunmehr veränderten Nutzungsmöglichkeiten (wohnen rund um die Uhr) geradezu explosionsartig steigen würden. Die Lauben der Kleingärtner hätten aufgrund des unbegrenzten Stromzuganges den Status von Ferienwohnungen im Grünen. Mit dieser angestrebten Nutzungsänderung ist dann natürlich eine weitergehende Erschließung der Kleingartenanlagen und z. B. der Versorgungs- und Entsorgungsleitungen notwendig, die ebenfalls wieder von den Pächtern der Gartenanlagen zu bezahlen wäre. Es bleibt damit mehr als fraglich, ob die Masse der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner bereit wären, diesen im Endeffekt sehr hohen Preis für den dauerhaften Strom zu zahlen. Die Kleingartenverbände selbst lehnen jedenfalls diese angedachten Segnungen der Sozialdemokraten in Lübeck ab. Solange das Bundeskleingartengesetz nicht geändert ist, wird die CDU - Fraktion diesem sich dauernd wiederholenden vollkommen unsinnigen Antrag, der Schaden für die Kleingärtner mit sich bringt, nicht zustimmen.

Autorin: Johanna Schneider

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