Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 04. Mai 2004

Drama im Theater

FDP

V.i.S.d.P.: Dr. Michaela Blunk

Die Theater GmbH glaubte, mit der halben Mio. Euro-Sparvorgabe 2003 ihre Hausaufgabe abschließend erledigt zu haben. Aber bei einem städtischen Defizit von bald 70 Mio. Euro muss sich auch ein Theater der harten Realität stellen. Statt dessen brachte eine Anfrage der FDP ein unfassbares Defizit von 3 Mio. Euro zu Tage - bei jährlichen Subventionen von 14-15 Mio. Euro. Es zeigt sich erneut, eine Scheinprivatisierung ohne Aufbrechen verkrusteter Strukturen führt zu nichts Gutem. Außerdem reichten Kompetenz oder Mut der Aufsichtsratsmitglieder offensichtlich nicht aus, um rechtzeitig Alarm zu schlagen. Im Theaterhaushalt machen Personalkosten 85% aus. Deshalb müssen diesbezügliche Fragen gestellt und beantwortet werden: Ist ein festes Ensemble, das auch in spielfreier Zeit nach den Tarifen des öffentlichen Dienstes und nicht nach den Erfordernissen des Theaters bezahlt werden muss, eine heilige Kuh? Müssen Handwerker, Techniker und Hausmeister hauseigene Mitarbeiter sein, die ebenfalls in den Genuss dieser Tarife kommen? Muss die unabdingbare Arbeitszeit in den Abendstunden mit Zuschlägen belohnt werden? Können flexible Arbeitszeitregelungen (Arbeitszeitkonten, Jahresarbeitszeit und Ausgleichskorridore) finanzielle Spielräume schaffen? Ist die Zusammensetzung der Spitzengehälter wirklich vertretbar? Diese Kosten sind derzeit weit überwiegend nicht frei veränderbar. Aber langfristig sieht die FDP die Notwendigkeit, mit dem Personal aus dem öffentlichen Dienst auszuscheiden und Aufgaben weitestgehend zu privatisieren. Kurz- und mittelfristig erwarten wir Vorschläge, die von Qualitäts- und Kostenbewusstsein gleichermaßen zeugen. Die vorgelegten "Modelle" lassen die alten Strukturen unangetastet und sollen eher dazu dienen, über die verschreckte

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