Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 25. Mai 2004

Lehre - lieb und teuer

Ausbildungsplatzumlage: Stadtverwaltung verfehlt Quote - Thema der Bürgerschaft

3290101.jpg
Lehrstellenmangel: Tobias Guillaume und Dennis Schramm, angehende Landschaftsgärtner, hatten Glück. Sie lernen seit 2003 bei der Hansestadt Lübeck.; Foto: N. Neubauer

Das Gesetz zur Förderung der Berufsausbildung ist Anfang Mai vom Bundestag beschlossen worden. Damit soll auch die Ausbildungsplatzabgabe eingeführt werden - wenn nicht ausreichend Lehrstellen angeboten werden. Ob und welche Konsequenzen die Einführung der Abgabe für die Hansestadt Lübeck hat, ist noch unklar. Zumal für Kommunen Sonderregelungen zum Zuge kommen könnten oder das Gesetz im Bundesrat gekippt werden könnte - dazu allerdings wäre eine Zweidrittelmehrheit vonnöten. Am Donnerstag steht das Thema Ausbildungsplatzabgabe auf der Tagesordnung der Bürgerschaft: Die CDU bringt einen Antrag dazu ein, in dem sie von der Verwaltung Informationen rund um das Thema Ausbildung bei der Stadt fordert.

"Wir haben für die von uns betreuten Bereiche bereits ein Szenario entworfen. Mit den 112 jungen Menschen, die momentan eine Ausbildung in Verwaltungsberufen oder gewerblich-technischen Berufen absolvieren, liegt die Ausbildungsquote bei 2,9 Prozent. Das Gesetz sieht jedoch eine Quote von sieben Prozent vor", sagt Reinhild Höpner, Ausbildungsleiterin im Bereich Personal- und Organisationsservice. Um diese Quote zu erreichen, müßte die Stadt nach Höpners Berechnungen weitere 162 Auszubildende einstellen. Allein für die Ausbildungsvergütung würde das mit knapp zwei Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlagen. Nicht eingerechnet sind hier Sachkosten und Kosten für Lehrpersonal. Würde die Stadt keine weiteren Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, müßte sie die Umlage zahlen. "Deren Höhe ist von noch nicht ermittelten Faktoren abhängig, zum Beispiel von der Anzahl der bundesweit fehlenden Lehrstellen. Eine Aussage zur Höhe der Abgabe ist deshalb noch hypothetisch, sie wird sich nach derzeitigem Kenntnisstand auf mindestens 500 000 Euro belaufen, vermutlich aber höher liegen", meint Höpner.

Junge Frauen und Männer, die ab August 2005 eine Ausbildung in einem Verwaltungsberuf beginnen möchten, können sich bis zum 1. August 2004 bewerben. Wer Gärtner, Altenpfleger oder einen anderen gewerblich-technischen Beruf anstrebt, reicht seine Unterlagen bis Januar 2005 ein. Auskunft erteilt Reinhild Höpner unter der Rufnummer 122-1123.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de