Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 25. Mai 2004

Moderne Elemente integrieren

Visionen für Lübeck (Teil 4): Rückkehr der Straßenbahn in die Innenstadt

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Stefan Thieme (26), Martina Heitmann (25) und Kai Moldenhauer (26) entwickelten im Team viele Ideen, wie Lübecks Flächen zwischen Bahnhof und Innenstadt städteplanerisch in Zukunft aussehen könnten.; Fotos (3): N. Dorel

Mit Innenstadt, Bahnhof, Roddenkoppel, Holstentorplatz und angrenzenden Gebieten beschäftigen sich die drei Architekturstudenten Martina Heitmann, Stefan Thieme und Kai Moldenhauer in ihrer Arbeit. Dabei verbinden sie das Historische mit modernen Elementen und Visionen.

So würden die Studenten die Fußgängerzonen in der Innenstadt vergrößern und damit die Verkehrsberuhigung ausweiten. Lediglich Wohn- und Parkstraßen für Anwohner soll es auf der Altstadtinsel noch geben. Ebenfalls verkehrsberuhigt werden die Straßen rund um das Holstentor sowie der Lindenplatz. Zukünftig soll der Verkehr über ein Zwei-Ring-System um die Innenstadt herumgeführt werden. Um dennoch die Anbindung der Altstadt für Besucher zu gewährleisten, soll eine Straßenbahn auf zwei Achsen regelmäßig verkehren: In Nord-Süd-Richtung zwischen Mühlen- und Burgtor sowie in Ost-West-Richtung zwischen Bahnhof und Hüxtertor.

Taxi auf dem Wasser

Schnelle Anbindung sollen auch neue Wassertaxen bieten. Damit würde zugleich das Element Wasser, das für Lübeck eine wichtige Rolle spielt, mehr in den Vordergrund rücken. Das Ufer entlang der Obertrave soll bis zur Wasseroberfläche abgetreppt werden. Zahlreiche Pontons, die gastronomisch genutzt werden sollen, laden zusätzlich zum Verweilen ein und bieten einen attraktiven Ausblick.

Der Bahnhof wird zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt umgestaltet: Der heutige Busbahnhof wird über die Gleise verlagert. Über Rolltreppen zu den unterschiedlichen Ebenen können die verschiedenen Verkehrsmittel, auch Taxen oder PKWs auf kurzem Weg erreicht werden. Innenstadtbesucher können den Pendelverkehr der Straßenbahn nutzen oder per Pedes über eine neue Fußgängerbrücke ohne Straßenquerungen ans Ziel gelangen.

Den Plätzen in der Lübecker Altstadt werden Themen zugeordnet. Entsprechend erfolgt Gestaltung und Nutzung der Orte. Verbunden werden diese durch ein Lichtsystem. Im Boden eingelassene Lichtbänder in unterschiedlichen Farben weisen dem Besucher den Weg.

Auf der Wallhalbinsel soll nach den Visionen der Studenten ein Kultur- und Wissensgürtel entstehen. Neben der Musik- und Kongreßhalle soll beispielsweise eine Messehalle und vor der Holstentorhalle ein Science Center (siehe Artikel unten) entstehen. Die bisherige Infrastruktur wie die Media Docks sollen in die Entwicklung einbezogen werden. Zusätzliche Brücken, wie beispielsweise in Höhe Alfstraße zur Wallhalbinsel, schaffen eine attraktive Anbindung und wirken belebend.

Weitere Brücken von der Wallhalbinsel zur Roddenkoppel erschließen dieses zur Zeit brachliegende Gebiet. Zukünftig sollen auf diesem ehemaligen Industriegelände Gebäude von der Fachhochschule und Universität angesiedelt werden - das Gebiet wird dem Kultur- und Wissensgürtels auf der Wallhalbinsel thematisch in der Nutzung angegliedert.

Hochhäuser an der Trave

Fast schon revolutionär mutet die Vision bezüglich der zukünften Nutzung des Grundstückes entlang der Wallhalbinsel an: Direkt neben den historischen Salzspeichern würden die Studenten drei zehnstöckige Hochhäuser aus den Boden ragen lassen. Die leicht zur Stadt hin geneigten Türme bieten einen einmaligen Blick auf die Altstadt. Versehen mit großzügigen Terrassen-Balkonen und viel Grün drumherum sollen sie exklusive Wohnfläche bieten, bei minimaler Bodenversiegelung. Zusätzlich werden neue ökologische Energie erzeugende Techniken eingesetzt.

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