Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 26. April 2019

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Jugendbündnis durfte sich nicht äußern

Zu der Demonstration am 1. Mai auf dem Rathaus-Markt

Die Reden am Tag der Arbeit wurden von Personen gehalten, die von Arbeitslosigkeit und den Problemen der Jugendlichen nicht direkt selbst betroffen sind, sondern von Gewerkschaftsfunktionären. Von Seiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wurde dem Jugendbündnis keine Möglichkeit gegeben, sich auf dem Podium zu äußern, genau wie der Arbeitsloseninitiative IGEL.

Hingegen durfte sich Detlef Hardt von der Gewerkschaft der Polizei gegen die Aktiven AntifaschistInnen und deren Verhalten am 31. Januar und am 14. März 1998 äußern.

Er unterstellte den linken Gruppen, daß es nicht ihr Verdienst gewesen sei, daß das Bündnis Rechts für Lübeck nicht ins Rathaus eingezogen ist. Aber die Gruppen haben aktiven Widerstand gezeigt, im Gegensatz zur Polizei; die hat 400 AntifaschistInnen festgenommen und sich damit eindeutig auf die Seite der Neonazis gestellt.

Das Verhalten und die Übergriffe der Polizei wurden nicht in einem Satz erwähnt. Daher sahen wir keine andere Möglichkeit als die, unseren Protest durch Trillerpfeifen und Sprechchöre kundzutun. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten von Seiten eines Demonstranten, der ein DGB-Transparent hielt. Er schlug einem Jugendlichen die Trillerpfeife aus dem Mund und zertrat sie, ein weiterer Jugendlicher wurde von ihm grob zur Seite gestoßen.

Das alles lassen wir uns nicht bieten; für das nächste Jahr muß eine akzeptable Lösung gefunden werden.

Felix Hurlin, Jugendbündnis Lübeck

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