Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Privatfehde ist nicht mehr witzig

Zu: "Die Zeche zahlt der Zeitungsleser", SZ vom 5. Mai

Als Neubürger von Schwartau beziehen wir die Lübecker Nachrichten (LN) seit zwei Jahren. Mittlerweile ist es Familiensport, einander immer wieder neue Anwürfe der LN auf den Bürgermeister Lübecks amüsiert über den Frühstückstisch zuzurufen. Eine so offen in ihre Privatfehde gegen einen Politiker verstrickte Zeitung ist aber irgendwann nicht mehr witzig. Vor allem dann, wenn die Mehrzahl der Bürger und Bürgerinnen im Einzugsbereich nur eine vollwertige Lokalzeitung beziehen können, ist es wohl die Aufgabe dieses Nachrichtenmarktplatzes, umfassend und ohne penetrante unterschwellige oder offene Wertungen zu berichten.

Ich bin sicher, daß es auch in dieser Redaktion gute und reelle Journalistinnen und Journalisten gibt. Aber - warum sieht dann diese Zeitung so aus?

Mit der Elbe-Jeetzel-Zeitung aus Lüchow konnte ich eine Lokalzeitung kennenlernen, die ein sehr "schlichtes" Konzept hat - möglichst vorurteilslos zu berichten, was vor Ort geschieht. Obwohl diese Zeitung so klein im Vergleich zu den LN ist, ist sie doch größer in ihrer Wahrhaftigkeit. Und verantwortungsbewußt!

Mein Vorschlag an die LN-Abhängigen: Hören sie auch den Offenen Kanal und lesen Sie die Lübecker Stadtzeitung.

Letztere ist zwar per Struktur und Finanzierung kaum frei genug, den eigenen Herren zu kritisieren. Aber die LN schreiben ja aus freien Stücken zwanghaft täglich gegen alles und alle, die ihr nicht passen. In der Mischung erhalten wir vielleicht annähernd die Informationen, die uns die Grundlage geben, in dieser Region verantwortliche Bürger zu sein.

Klaus Peters, Bad Schwartau

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