Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Projekt schweißt zusammen

Jugendliche gestalten Recyclinghof an der Schwartauer Allee

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Christina Keimer sucht auf dem Schrottplatz nach Gegenständen, die sich zum Zusammenschweißen von Objekten eignen. Kleines Foto: Nina Kreiten mit ihrer roboterähnlichen Kreation; Fotos: privat

"Das macht so tierisch Spaß, daß ich gar nichts anderes mehr machen will", sagt Sabrina Schröder von der Geschwister-Prenski-Schule. Die 18jährige ist eine von 15 Jugendlichen, die in ihrer Freizeit flexen, schweißen, polieren, feilen und bohren: Beim sogenannten "Schrottprojekt" entstehen aus dem Wertstoff Metall interessante Objekte und Skulpturen, die ab Juli den Recyclinghof an der Schwartauer Allee zieren sollen. Das Projekt hat soziale, pädagogische, künstlerische und umweltpolitische Aspekte; zum Teil soll es den Jugendlichen helfen, geeignete Berufe zu finden. Entsprechend viele unterschiedliche Institutionen sind daran beeiligt.

Praktikum auf Recyclinghof

"Bei einem Kurz-Praktikum auf dem Recyclinghof sollen die Jugendlichen den Betrieb, den sie gestalten, besser kennenlernen", erläutert Jens Blöcker von der Jugendwerkstatt Leihcycle, der gemeinsam mit Andrea Aewerdieck-Zorom, Mitarbeiterin des Stadtteilzentrums Burgtor, das Projekt leitet.

Eine kundenfreundlichere Gestaltung des Recyclinghofs erhofft sich Dr. Olga Koop, Mitarbeiterin des Bereichs Umweltschutz, die das Projekt koordinierend unterstützt. "Bislang ist er einfach zu konventionell." Für die Objekte haben die Betreiber des Recyclinghofs reichlich Platz zur Verfügung gestellt. Die 25 Meter lange Wand entlang des Sky-Marktes soll außerdem noch bemalt werden, und zwar "möglichst themenbezogen", so Dr. Olga Koop.

Die 16- bis 20jährigen bekommen künstlerische und handwerkliche Anleitung von Michael Timmermann von der "Wunderwerkstatt" am Bahnhof. Die Jugendlichen sind Schüler der Geschwister-Prenski-Schule und der Thomas-Mann-Schule, arbeiten bei der multikulturellen Fahrradwerkstatt Leihcycle, beim Stadtteilzentrum Burgtor oder sind Auszubildende und Schüler beim Bali (Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszentrum Lübeck Innenstadt).

Die jungen Künstler kommen also aus den unterschiedlichsten Bereichen, aber die Arbeit hat sie im wahrsten Sinne des Wortes zusammengeschweißt. "Wir verstehen uns alle bestens", berichtet Sabrina Schröder. Nina Kreiten, Fahrradmechanikerin beim Leihcycle, ergänzt: "Wir sind schließlich aufeinander angewiesen."

Die 20jährige hat aus Tonnen eine roboterähnliche Gestalt gebaut, aus deren Dosenkopf ein langes Auspuffrohr ragt. Unter Sabrinas Händen ist aus einem Metallknäuel eine futuristisch anmutende Lampe entstanden. Aus den Zahnrädern, Rohren, Dosen und anderen Gegenständen vom Schrottplatz, die die Jugendlichen für interessant befunden haben, sind bereits viele ungewöhnliche Objekte hergestellt worden. Zum Beispiel gibt es einen Pflanzkübel, der aus einer alten Kuhtränke auf Wagenrädern mit Spalier besteht, und einen Vogel mit Schrauben-Augen, der aus einem alten Teekessel und einem ausrangierten Rechen zusammengeschweißt worden ist.

Am 3. Juli ist Präsentation

In den kommenden Wochen sollen noch viel mehr Objekte entstehen, die voraussichtlich am 3. Juli der

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