Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 06. Juli 2004

Neue Dauerausstellung

Die Geschichte der Flender-Werft

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Blick auf den Neubau des Frachtschiffes 'Leverkusen' auf der Helling IV der Flender-Werft am 2. April 1953. Das Schiff mit der Bau-Nr. 434 wurde am 9. September 1953 an den Auftraggeber, die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg abgeliefert.

Für alle, die einen Blick in die Vergangenheit werfen möchten, zeigt das Lübecker Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstraße 1-3, eine neue Dauerpräsentation zur Geschichte der Flenderwerft. Der Titel heißt: "... damit was bleibt von Flender - Arbeit und Arbeiter auf der Werft".

Die 1917 an der Trave gegründete Flenderwerft hat eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich. Krisen wechselten sich mit Vollbeschäftigung ab. Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftswunderzeit Ende der 50er Jahre war Flender eine der größten Werften in der Bundesrepublik und beschäftigte bis zu 4.000 Personen. Die Schiffbaukrisen seit den 70er Jahren gingen nicht ohne Folgen an der Werft vorbei. Die Auftragslage ging teilweise dramatisch zurück, die Belegschaft wurde bis auf knapp 600 reduziert. In den 90er Jahren hatte sich die Werft im Bau von Container- und Ro/Ro-Schiffen einen guten Ruf erworben.

Im Jahr 2002 kam dann sehr plötzlich und vor allem für die 800 Beschäftigten unerwartet das Aus.

Anfang Juni 2002 musste die Werft Insolvenz anmelden, nachdem sie beim Bau von zwei Schnellfähren für eine griechische Reederei große Verluste eingefahren hatte.

Alle Versuche des Insolvenzverwalters, einen Investor für neue Produktion zu gewinnen, schlugen fehl. Mittlerweile ist das Gelände an einen privaten Hafenbetreiber verkauft, der dort Fähranleger errichten möchte. 800 Arbeitsplätze gingen verloren - die Hafenstadt Lübeck steht künftig ohne Reparaturwerft da.

Arbeit auf der Werft wird anschaulich

Die Ausstellung zeichnet anhand von Fotos, Dokumenten und Ausschnitten von Zeitzeugeninterviews die Geschichte des Werkes nach. In verschiedenen Inszenierungen wird die Arbeit auf der Werft anschaulich gemacht.

Zur Ausstellung ist ein Buch unter dem Titel "Arbeit und Arbeiter bei Flender" erschienen, in dem eindrucksvolle Fotos die Geschichte der Werft illustrieren. Das Buch ist im Buchhandel und im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk zum Preis von neun Euro zu bekommen.

In dem neu eingerichteten Raum des Industriemuseums werden die wichtigsten Teile einer großen Sonderausstellung mit gleichem Titel gezeigt, die vom 11. Januar bis zum 25. April dieses Jahres in der Geschichtswerkstatt gezeigt wurde und auf eine große Publikumsresonanz stieß.

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