Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 06. Juli 2004

Beschluss zur Auflösung der GAB unüberlegt und falsch

SPD

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Autor: Lienhard Boehning

V.i.S.d.P: Peter Reinhardt

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der städtischen Beschäftigungsgesellschaft GAB in ihrem Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Deshalb haben wir in der letzten Bürgerschaftssitzung einen Antrag zum Erhalt der GAB eingebracht und angemahnt, keine voreiligen und nur noch schwer zu heilenden Beschlüsse zu treffen. Wir halten es für falsch, mutwillig das zu zerschlagen, was in 12 Jahren aufgebaut worden ist. Ein Rückzug der Stadt aus einer städtischen Beschäftigungspolitik wird der Verantwortung gegenüber Langzeitarbeitslosen und arbeitsfähigen Sozialhilfeempfängern nicht gerecht. Sie brauchen weiterhin neue Perspektiven für ihr eigenes Leben und das ihrer Familien. Die Herausforderung für die Hansestadt ist groß. Ab 1. Januar 2005 müssen für rund 17000 Arbeitslosengeld II-Bezieher Aktivierungs- und Förderungsangebote vorgehalten werden. Selbst wenn nur ein Viertel der Betroffenen eine Förderung erhalten sollen, sind dies mehr als 4000 Lübeckerinnen und Lübecker. Für diese Mammutaufgabe braucht die Bundesagentur auch in Zukunft die GAB mit ihren Erfahrungen und den von ihr geknüpften Kontakten zu Betrieben und Organisationen. Dies wurde ebenfalls von der Bundesagentur für Arbeit als auch von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement bei einem Besuch so gesehen. Wut, Enttäuschung, Frustration, Zukunftsangst sind die verständliche Reaktion auf die von CDU und FDP aus ideologischen Gründen durchgedrückte Liquidation der GAB. Wir werden uns weiter für eine städtische Beschäftigungspolitik einsetzen. Dafür gilt es die vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen zu nutzen. Wir werden die Mehrheit von CDU und FDP nicht aus ihrer Verantwortung lassen und uns auch weiterhin im Interesse ihrer Mitarbeiter und der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe betroffenen Menschen für den Fortbestand der GAB einsetzen.

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