Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 20. Juli 2004

Eine Aktie für die Kultur

"Wertpapier" soll Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2010 mitfinanzieren

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Das St. Annen-Museum mit dem Logo der Kulturaktie, wie diese aussehen soll, ist noch unklar. ; Fotomontage: Lindenau

Die Hansestadt bewirbt sich um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010, doch die Kassen sind leer. Kein Grund zum Jammern, meint Jan Lindenau, SPD-Mitglied und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, und hat sich etwas einfallen lassen: Mit einer Kulturaktie will der Bankkaufmann die Bewerbung finanzieren.

"Es gibt viele Leute, die die Bewerbung der Hansestadt gut finden, aber nicht wissen, wie sie sich einbringen können", sagt Lindenau. Mit der Kulturaktie aber könnten sich Lübecker und Freunde der Stadt für die Bewerbung engagieren, gleichzeitig komme eine stattliche Summe zusammen. Lindenau rechnet damit, daß die Aktion 80 000 bis 90 000 Euro in die Kasse spült - Geld, mit dem die Bewerbung finanziert werden soll.

Wie die Aktie aussehen wird, ist noch unklar. Klar ist jedoch, daß das "Wertpapier" ein DIN A-3-Format haben wird und sich an der Gestaltung zwölf Künstler beteiligen. Das heißt, zwölf Künstler unterschiedlicher Bereiche schaffen ein Werk, alle Werke zusammen werden auf der Kulturaktie abgebildet, die in einer limitierten Auflage von 1000 Stück gedruckt wird.

150 Euro soll ein Exemplar kosten - ein in jeder Hinsicht gut angelegtes Geld. Jan Lindenau: "Eine Aktie mit garantiertem Gewinn." Abgesehen davon, daß sie die künstlerische Vielfalt in Lübeck lebender Künstler widerspiegelt, bekommt der Aktionär eine Broschüre, die über die Künstler informiert. Zudem sind Aktionärsversammlungen in Form eines Konzertes und einer Theateraufführung geplant und eine Kulturdividende in Form von ermäßigten Museumseintrittspreisen. Darüberhinaus werden die Besitzer der `Wertpapiere' auf dem Laufenden in Sachen Kulturhauptstadtbewerbung gehalten: Ein Aktionärsbrief informiert zwei- bis dreimal pro Jahr über den aktuellen Stand, berichtet über Projekte, die mit der Kulturaktie finanziert wurden. Und: "In einem Aktionärsbuch führen wir alle Aktionäre auf, sie werden auch im Internet veröffentlicht", kündigt Lindenau an. So könne jeder sehen, wer sich für die Bewerbung stark mache.

Sechs Künstler bereits dabei

Und noch einen Vorteil bietet die Kulturaktie: Da das Projekt "Kulturhauptstadtbewerbung" gemeinnützig ist, erhalten die Erwerber der Aktie eine Spendenbestätigung.

Lindenau trifft mit seiner Idee auf ein positives Echo und auf breite Unterstützung. Holger Walter, Projektleiter der Bewerbung, freut sich über diese "vorbildliche Aktion". "Sie macht deutlich, daß Bürgersinn und Hilfe in dieser Stadt keine leeren Worte sind." Zudem hat Lindenau die Commerzbank als Vertriebspartner gewonnen und Frank-Thomas Gaulin, Kunstexperte und SPD-Bürgerschaftsmitglied hilft ihm, bei der Suche nach Künstlern - sechs haben bereits zugesagt, sich zu beteiligen, welche das sind, will Lindenau nicht verraten.

Interessenten müssen sich noch gedulden. Das Wertpapier kommt erst am 20.10. - also am 20. Oktober - auf den Markt. Die Internetseite ist seit der vergangenen Woche geschaltet (www.kulturaktie.de).

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