Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Deponiegas als Energieträger

Die Deponiegasverwertungsanlage in der Rigastraße hat nach Angaben der Entsorgungsbetriebe Lübeck im Zeitraum von 1990 bis 1997 über 100 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Als primärer Energieträger dient das in der Deponie Niemark entstehende Deponiegas, das überwiegend aus Methan besteht.

Im März 1990 wurde die Deponiegasverwertungsanlage in Betrieb genommen. Innerhalb der Anlage dient das Gas zum Antrieb von vier Motoren, die ihrerseits Generatoren antreiben. So entsteht elektrische Energie und nutzbare Abwärme.

Die erzeugte elektrische Energie wird unter Nutzung des Eigenbedarfs in das öffentliche Stromnetz der Stadtwerke Lübeck eingespeist.

Die thermische Energie wird zu Heiz- und Prozeßwärmezwecken in der näheren Umgebung in Gewerbe, Industrie und mehreren Wohneinheiten eingesetzt. Die Verwendung des Deponiegases als primären Energieträger macht sich auch in der CO2-Bilanz positiv bemerkbar. So wurde in diesem Zeitraum der CO2-Ausstoß infolge der Einsparung von Heizöl zur Energie- und Wärmeerzeugung um 102 Millionen Kilogramm vermindert.

Im Februar 1998 wurde ein Deponiegasmotor der zweiten Generation in Betrieb genommen. Dieser Motortyp erlaubt eine gleichmäßigere Betriebsweise bei schwankenden Deponiegaszusammensetzungen. Diese variable Einsatzmöglichkeit ist für die bevorstehende Erweiterung der Entgasung auf der Deponie Niemark von besonderer Bedeutung. Die modifizierte Gas-Gemischregelung erlaubt ein besseres Anfahrverhalten und erreicht eine günstigere Energiebilanz.

Der neue Deponiegasmotor ist der Vorläufer für die in der Deponiegasverwertungsanlage zukünftig einzusetzende Gasmotorengeneration.

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