Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 23. August 2019

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Standort Altstadt: Ein positives Image vermitteln

In der Innenstadt stehen zahlreiche Läden leer - Neue Strategien und Qualitätsverbesserungen sind gefragt

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Altstadt: Leerstand in der Mühlenstraße; Fotos: M. Peters

Ende Februar 1998 war aus einem Artikel in den LN zu entnehmen: "Die Laden-Leerstände in der Lübecker Altstadt haben ein dramatisches Ausmaß angenommen." Die Ergebnissse einer Untersuchung wurden zitiert, die SchülerInnen des Katharineums im Rahmen eines von der Lübecker Kaufmannschaft betreuten und unterstützten Projektes durchgeführt hatten: Insgesamt 149 der insgesamt 1179 gewerblich genutzten Flächen in der Altstadt stehen leer, lautet die Statistik der Kartierung.

Die Untersuchung fand im September und Oktober 1997 und als Folge einer im Mai 1996 auch durch Schüler des gleichen Gymnasiums durchgeführten Voruntersuchung statt, unter der fachlichen Betreuung durch Oberstudienrat Herbert Kattenbach und Nikolaus Lange von der Lübecker Kaufmannschaft.

Laut Schüler-Statistik standen von Mai 1996 bis Oktober 1997 insgesamt 7,7 Prozent der 1996 gewerblich genutz-ten und kartierten Flächen in der Innenstadt leer: 1996 wurden 57 Flächen gezählt, bis Oktober 1997 kamen weitere 92 Leerstände hinzu.

Gibt es positive Perspektiven?

Anlaß genug zur Sorge - und auch zum Weiterdenken. Wie beurteilen die Interessens- und Wirtschaftsverbände die Brisanz der Lage? Gibt es positive Perspektiven? Welche Strategien werden vorgeschlagen, um der Stadt Lübeck aus dieser Lage herauszuhelfen?

Projektbetreuer Nicolaus Lange von der Lübecker Kaufmannschaft analysiert Ursachen: "Der kartierte Leerstand in der Altstadt ist auf das Zusammenwirken verschiedener Fakto-ren zurückzuführen. Die vorhandene Struktur widerspiegelt nicht aus-
schließlich eine bundesweite Situation und ist - trotz der häufig geäußerten gegenteiligen Meinung - auch nicht als unbedingte Folge der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt zu betrachten."

Seiner Ansicht nach habe die Stadt bedauerlicherweise nicht gut auf die neuen Chancen und auch Risiken durch die Grenzöffnung reagiert. Als Folge davon sei eine starke Abwanderung zu den Hamburger und anderen Randgebieten zu verzeichnen, die durch teilweise zu hohe Mietpreise für gewerbliche Flächen in der Innenstadt intensiviert werde. "Lübeck schöpft nicht aus dem Umland", lautet sein Verdikt.

Concordia domi!

Aus seiner Sicht sei langfristig eine günstigere Perspektive nur im gemeinsamen Vorgehen der Gremien in der Arbeitsgemeinschaft Altstadt zu entwickeln und mahnt in dem Zusammenhang: "Concordia domi!"

"Der Einzelhandel befindet sich bun-desweit seit fünf Jahren in der Rezession", lautet die sachliche Auskunft des Geschäftsführers des Einzelhandelverbandes Nord-Ost, Harald Müller. Aufgrund seines Zuständigkeitsbezirkes (Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Teile Mecklenburg-Vorpommerns, Kiel und Flensburg) verfügt er über gute Vergleichsmöglichkeiten.

Die medienintensiv und kontrovers geführte Diskussion über Arbeitsplatzsicherung oder -verluste, oder auch um die prekäre Situation am Rentenmarkt und um die Krankenpflegesätze, führt er weiter aus, schüren beim Verbraucher

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