Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 17. November 2018

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Firma A. Behn & Sohn

Geschichte des "Tee-Behn" und des "Behn-Tees"

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Die "Neue Rösterei" in der Wahmstraße 41-45; Fotos: M. Peters

Die Lübecker Firma A. Behn & Sohn wurde am 1. April 1831 als Nachfolgerin der bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestehenden Firma Feldmann & Behn gegründet. Sie betrieb zunächst in der Breiten Straße ein Ladengeschäft und Kleinhandel mit nordischen Erzeugnissen und indischen Gewürzen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Großhandel mit Tee, Zucker, russischen und kolonialen Erzeugnissen hinzu. Die Firma war bereits zu dem Zeitpunkt wohlangesehen und beschäftigte neun Angestellte.

Den im Volksmund gängigen Na-men "Tee-Behn" des Ladengeschäftes nutzte man nach Einführung der Schutzmarken für die Bezeichnung des Firmenproduktes: "Behn-Tee". Jahrzehnte hindurch war die Firma im norddeutschen Raum im Kolonialwarenhandel führend. Als im Jahre 1888 die Stadt Hamburg sich den Binnenhandel durch Eröffnung des Freihafens erschloß, eröffnete die Fa. Behn & Sohn ein Zweiggeschäft am Sandtorquai 37 als Informations-, Einkaufs- und Speditionsgeschäft für den eigenen Wareneingang.

Alte Räume reichten nicht

Die alten Räume in der Breiten Straße genügten mit der Zeit nicht mehr den Erfordernissen, die Warenkontore, Buchhalterei, Briefverkehr, Registratur, Lager und Versand mußten völlig neustrukturiert werden. Das Ladengeschäft wurde geschlossen, statt dessen wurde 1897 ein großes, neues Gebäude mit großzügigen, gut belichteten Kontoren in der Wahmstraße 41-45 errichtet. Gegenüber befanden sich die beiden, der Firma seit Jahren als Lager dienenden Speicher aus den Jahren 1593 und 1603.

Außer dem saalartigen Hauptkon-tor mit der Registratur besaß das neue Geschäftshaus ein sehr geräumiges Lager für die Tee-Packerei sowie ein gesondertes Tee-Kontor. Weitere Lagerbestände wie Kaffee, Früchte und Gewürze verteilten sich auf fünf große, helle Böden.

Im vierstöckigen Hintergebäude wurde die Kafferösterei untergebracht. Fünf große Schnellröstmaschinen, Kaffee-Exhaustoren und sonstige Bearbeitungsmaschinen befanden sich im obersten Geschoß; es folgten in der vertikalen Verarbeitung die Kaffee-Verleserei und der Saal für den Kaffee-Versand in den darunterliegenden Geschossen. Eine Kaffee-Waschmaschine sowie eine Anlage für die Herstellung von Malzkaffee befanden sich im Erdgeschoß. Die Gebäude besaßen elektrisch betriebene Warenaufzüge.

Größter Umsatz mit Tee

Bis zu Beginn des ersten Weltkrieges erfolgte der wesentliche Teil des Firmenumsatzes durch den Handel mit Kaffee, Tee der Marke "Behn-Tee", Früchte, Gewürze, Reis,

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