Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 22. November 2017

Ausgabe vom 10. August 2004

Region Lübeck eine Region

Infoabend der IHK in Herrnburg zu geplantem Gewerbegebiet in Lüdersdorf

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Stieß auf großes Medieninteresse: Die Informationsveranstaltung der IHK Schwerin zum Gewerbegebiet in Lüdersdorf. IHK-Präsident Jörgen Thiele (2. v. r.) sieht in dem großen Gebiet durchaus auch Vorteile für Lübeck. Bürgermeister Saxe (r.) bezweifelt das.; Foto: M. Langentepe

Fakten, Fakten, Fakten!? Mit einem Infoabend in der Grundschule in Herrnburg hat die IHK Schwerin in der vergangenen Woche versucht, die emotional aufgeladene Diskussion um das geplante neue Gewerbegebiet bei Lüdersdorf zu versachlichen. Der Schweriner IHK-Präsident Jörgen Thiele forderte gleich zu Beginn der Veranstaltung, sowohl die westliche als auch die östliche Seite sollten sich als eine gemeinsame Region verstehen. Als Region Lübeck, wie sie auch im Entwicklungskonzept Region Lübeck (ERL) als ein Wachstumszentrum innerhalb des Ostseeraumes beschrieben werde.

Der Streit der vergangenen Wochen drehte sich vor allem um die Größe des Gewerbegebietes bei Lüdersdorf mit Anbindung an die Ostseeautobahn A 20: Nachdem die Kamps AG (Lieken Urkorn, Golden Toast) Anfang Mai diesen Jahres verkündete, ihre Produktionsstandorte in Hamburg Vierlande und in Meddewade zu einer Großbäckerei in Lüdersdorf zusammenzulegen, war das Gewerbegebiet, insbesondere von Lübecker und schleswig-holsteiner Seite ins Blickfeld geraten. Entsteht dort, nur wenige Autominuten von Lübeck entfernt, in naher Zukunft ein rund 100 Hektar großes Gewerbegebiet zu Spottpreisen, das der Hansestadt Lübeck Unternehmen abzieht und gewerbliche Neuansiedlungen für Jahre erschwert, wenn nicht unmöglich macht?

Als Suchraum genannt

Eine eindeutige Antwort gab es auch an diesem Abend nicht. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe hatte zwar seinen Lüdersdorfer Kollegen Professor Dr.Erhard Huzel forsch aufgefordert: "wenn Sie jetzt sagen, Sie weisen nur zehn Hektar aus, dann beenden wir jetzt die Veranstaltung", doch der ging darauf nicht ein. Klaus-Michael Rothe, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwerin, bemühte sich daher durch eine akribische Auflistung der Entwicklung seit der Wende 1989 um Aufklärung. So nenne das ERL für die Region Lübeck drei sogenannte Suchräume für Gewerbegebiete mit mehr als 100 Hektar. Einer davon sei das Gebiet südlich von Lüdersdorf.

Daß Mecklenburg-Vorpommern eine Standortinitiative für Großstandorte gestartet hatte, wurde übrigens vor nunmehr gut zweieinhalb Jahren öffentlich: Ende Januar 2002 schrieb das Ministerium für Arbeit, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern in einer Pressemitteilung: "Mit der planerischen Ausweisung von gewerblichen Großstandorten wird das Land in die Lage versetzt, rasch auf Ansiedlungswünsche von Investoren zu reagieren. (...) Lüdersdorf zeichnet sich durch einen direkten Anschluß an die A 20 aus."

Und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung in Mecklenburg-Vorpommern beschreibt den Standort mit den Worten: "Lüdersdorf als Siedlungsschwerpunkt für die Entwicklung der Bereiche Wohnen und Gewerbe hat in den vergangenen Jahren eine überaus positive Entwicklung genommen. So hat sich die Einwohnerzahl von ca. 2000 im Jahr 1989 auf ca. 5000 im Jahr 2001 mehr als verdoppelt (...). Die Gemeinde bereitet sich mit den notwendigen Planungsprozessen auf weitere positive Effekte durch die Verkehrsfreigabe der A 20 Ende 2004 vor. Im Vordergrund stehen dabei die Entwicklung von circa 100 ha Gewerbeflächen, bestehend aus drei Teilflächen, die bedarfsgerecht erschlossen werden können..." Die Internetseite dieser GmbH nennt eine Nettogröße von 80 Hektar für dieses Industrie- und Gewerbegebiet und listet überdies die Anbieter der Infrastruktur auf: So solle die e.dis Energie Nord AG den Strom liefern und die Erdgasversorgung die Energie und Wasser Lübeck GmbH, also die städtischen Stadtwerke, übernehmen. Letzte

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