Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 12. Mai 1998

Das Ziel ist ein Netz von Fahrradrouten

Von Rupert Helbig

Bündnis 90 / Die Grünen

Lübeck war einmal ein Fahrradparadies. Das war zu Beginn des Jahrhunderts. Damals wurde das Netz an Radwegen entlang der Hauptverkehrsstraßen angelegt, von dem Lübeck immer noch profitiert.

Fehler wurden gemacht

Mit dem Beginn der Massenmotorisierung in den 50er und 60er Jahren wurden in Lübeck die gleichen Fehler gemacht, wie überall: Bei dem Versuch, eine autogerechte Stadt zu schaffen, wurde das Fahrrad als Verkehrsmittel systematisch an den Rand gedrängt.

Doch während immer mehr Städte wieder dazu übergegangen sind, den Fahrradverkehr massiv zu fördern, wurde in Lübeck die Entwicklung verschlafen.

Die Vorteile des Fahrradfahrens sind allgemein bekannt. Es ist umweltfreundlich, gesund und auf kurzen Strecken ausgesprochen schnell.

Ein hoher Radverkehrsanteil steigert die Lebensqualität für alle.

Man könnte Lübeck leicht mit den fahrradfreundlichen Städten in Holland vergleichen. Dort sind Fahrradverkehrsanteile von 30 bis 40 Prozent üblich. In Lübeck sind es 13 bis 14 Prozent.

Zustimmung gestiegen

Aber spannender ist der Vergleich mit Troisdorf, einer unauffälligen Stadt mit 70 000 EinwohnerInnen im Großraum Köln. Dort investierte man acht Jahre lang 26 Millionen Mark in den Fahrradverkehr. Ergebnis: Von 16 Prozent auf 21 Prozent stieg die Nutzung des Fahrrads.

Bemerkenswert: Heute liegt die Zustimmung zum gesamten Verkehrsangebot unter allen EinwohnerInnen deutlich höher als zuvor.

Eine ähnliche Entwicklung gilt es in Lübeck in Gang zu setzen.

Lindenteller entschärfen

Das Ziel ist ein Netz von sicheren, komfortablen und schnellen Fahrradrouten.

Ein erster Schritt ist gemacht. Auf Antrag der Grünen beschloß die Bürgerschaft im Februar, innerhalb von fünf Jahren ein Konzept "Fahrradfreundliches Lübeck" zu entwickeln und umzusetzen. Bündnis 90/Die Grünen werden die Entwicklung und Umsetzung des Programms konstruktiv begleiten.

Ein Projekt liegt uns besonders am Herzen: RadfahrerInnen müssen den Lindenteller überqueren können, ohne um Leib und Leben fürchten zu müssen.

V.i.S.d.P.:

Hans-Jürgen Schubert

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