Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 06. September 2004

Den Austausch verbessern

Auftakt für Pateninitiative für Schule und Arbeit in den Media Docks

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Die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-List-Schule begrüßen die Pateninitiatve Schule und Arbeit.; Fotos: N. Neubauer


"Die Schüler können schlecht rechnen, verhaspeln sich beim Lesen und legen schlechte Umgangsformen an den Tag", solche Klagelieder sind bekannt, bringen aber nicht weiter - weder die Schüler, die sich eine berufliche Perspektive schaffen wollen und müssen, noch die Unternehmen, die Nachwuchskräfte brauchen. Um Abhilfe zu schaffen, ist im vergangenen Jahr die Pateninitiative Schule und Arbeit für Lübeck (PISA) entstanden, die am heutigen Dienstagabend ihre Auftaktveranstaltung in den Media Docks begeht.

Über 250 Teilnehmer

Bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, daß die Initiative, für die Björn Engholm, Ministerpräsident a.D. die Schirmherrschaft übernommen hat, regen Zuspruch findet - in Schulen und Betrieben gleichermaßen: Über 100 Vertreter von Firmen nehmen an der Veranstaltung teil, weitere 100 aus Schulen sowie rund 50 von Verbänden und Institutionen sind dabei.

"Wir möchten, daß die Schulen und die Wirtschaft in einen intensiven Dialog kommen", sagt Dieter Brix, der als Kreisfachberater für Berufsorientierung das Projekt mit ins Leben gerufen hat. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen nach dem Motto, die Schule erfülle ihre Aufgaben nicht, sondern darum, die Qualität des berufsorientierten Unterrichts zu verbessern.

Dies wollen die Initiatoren von PISA erreichen, indem sie Unternehmen für die Übernahme von konkreten Schulpatenschaften gewinnen. Betriebserkundungen für Schüler, Hospitationen von Lehrern in Unternehmen, das Einbinden von Fachkräften in den Unterricht und eine höhere Anzahl von Praktikumsplätzen - insbesondere für leistungsschwache Schüler - sollen die Patenschaften mit Leben füllen.

"Es handelt sich nicht um eine Initiative zur Schaffung von Prakikumsplätzen", stellt Andreas Köster, Prokurist bei Cabus Informations-Systeme GmbH und einer der Initiatoren, klar. Das Projekt gehe darüber hinaus. So sollen Lehrer besser über neue Berufsfelder und Veränderungen in den Betrieben auf dem Laufenden gehalten werden."Es ist eine Initiative, die die Kräfte sammelt und bündelt", so Dieter Otte, Abteilungsleiter Berufsfachschulen (Friedrich-List-Schule). Um Kontinuität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, schwebt den Organisatoren vor, eine feste Anlaufstelle zu installieren. Für den heutigen Abend hoffen sie zunächst auf zahlreiche Patenschaften. Neben dem Schirmherrn Björn Engholm sprechen Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und IHK-Präses Bernd Jorkisch. Dr. Margareta Brauer-Schröder berichtet über Erfahrungen, die in Bremen mit einem ähnlichen Projekt gemacht wurden. Zudem ist ein Podiumsgespräch geplant, an dem unter anderem Bremens Bildungssenator Willy Lemke teilnimmt.

Die bisher einzige bestehende Patenschaft - zwischen der H&J Brüggen KG und der Friedrich-List-Schule - kommt bei Schülern übrigens an: "Durch die Betriebserkundung und das Praktikum weiß ich jetzt besser, wie man sich im Berufsleben zu verhalten hat. Ich bin offener geworden und stelle einfach die Fragen, die ich habe", sagt G. S., der die Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten besucht.

Alle Schularten sowie kleine bis große Unternehmen können bei PISAmitmachen. Informationen gibt es im Internet unter www.pisafuerluebeck.de.

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