Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 06. September 2004

Acht Brandmeister vereidigt

Erstmals zwei Frauen im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst

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Vereidigt: Die sechs Brandmeister und zwei Banrandmeisterinnen traten vergangenen Mittwoch ihren Dienst an.; Foto. M. Langentepe

Bernd Neumann, Vize-Chef der Lübecker Berufsfeuerwehr (BF), hat am vergangenen Dienstag acht Feuerwehranwärter zu Brandmeistern bei der BF ernannt. Die zwei Frauen und sechs Männer sind Teilnehmer des letzten Lehrgangs, die die BF im eigenen Haus ausgebildet hat. Die nächsten Feuerwehrleute werden dann zentral in Harrislee bei Flensburg geschult. Die zweijährige Ausbildung schlossen Nicole Brucksch und Helga Pahl sowie Jan Muhs jeweils mit der Note 2 ab; die übrigen fünf Brandmeister, Nico Hähnel, Tim-Jan Koppitz, Maro Luckau, Kai Koschitzki und Carsten Landefeld beginnen ihre Laufbahn im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst mit der Abschlußnote "befriedigend". Die Brandmeister zur Anstellung arbeiten seit Mittwoch, 1. September, im 56 Stunden dauernden Schichtdienst bei einer der Wachen der BF.

Neumann sagte bei der Vereidigung im Schulungsraum der Feuerwache 1 an der Bornhövedstraße, daß er mit den Ergebnissen sehr zufrieden sei. Auch wenn ein Anwärter "auf der Strecke geblieben" sei (er fiel zweimal durch die Prüfung zum Rettungsassistenten), zeige das Ergebnis, daß die BF sich die Leute ausgesucht habe, die zu ihr passen.

Die beiden Frauen erzielten nicht nur gute Noten, sie sind zugleich die ersten beiden Brandmeisterinnen, die jetzt auf den Wachen der BF ihren Dienst leisten. "Sie müssen das Gleiche leisten wie die Männer, denn es gibt keine Frauen-Einsätze", betonte Neumann. Da sich nach wie vor nur wenige Frauen für eine Ausbildung bewerben würden, begrüße er eine weitere Initiative des Lübecker Frauenbüros, mit der bei Frauen für die Laufbahn bei der BF geworben werden solle. "Ich erwarte, dass das sich Klima und Umgangsweise auf der Wache durch die Frauen eher bessert", sagte Neumann. Es schade nicht, wenn sich die Kollegen in ihrem oft rauhen Umgangston ein wenig zügelten.

Helga Pahl und ihre Kollegin Nicole Brucksch bereuen ihren Entschluß, zur Berufsfeuerwehr gegangen zu sein jedenfalls nicht. "Die Arbeit macht Spaß, ist interessant und vielfältig", meint die 26jährige Pahl. Arbeitsdienst in der Atemschutz-, der Geräte- und Schlauchwerkstatt, gehöre genauso dazu wie Dienstsport und interne Aus- und Fortbildungen. Auch Nicole Brucksch (27) ist begeistert von ihrem Job. Zumal: "Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden." Weder schwerer noch leichter sei es den beiden Frauen gemacht worden. Eines aber rät sie Frauen, die es den beiden Brandmeisterinnen gleich tun wollen, dann aber doch: "Sportlich und selbstbewußt sollten sie sein."

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