Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 18. August 2019

Ausgabe vom 20. September 2004

Die Entwicklung des Hauptbahnhofs jetzt nicht verbauen

V.i.S.d.P: Carl Howe

Bündnis 90 / Die Grünen

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Autor: Hans-Jürgen Schubert

Nun wird der Lübecker Hauptbahnhof also ohne Rolltreppen wieder aufgebaut. Die gesetzlichen Forderungen zur Gleichstellung behinderter MitbürgerInnen sind mit Aufzügen und Rampen über Treppenstufen erfüllt. Ob dies aber schon die "weit reichende" Barrierefreiheit ist, die der Gesetzgeber wollte, darüber gab es am "Runden Tisch zum Umbau des Hauptbahnhofs" bis zuletzt Zweifel. Denn Fahrstühle sind nicht ausschließlich für Personen mit eingeschränkter Mobilität reserviert, Reisende mit viel Gepäck oder Fahrrädern können sich da auch vordrängeln und durch Schlangenbildung Wartezeiten verursachen.

Aber auch unabhängig von der Frage eines behindertengerechten Zugangs zu den Bahnsteigen würde die Kombination von Festtreppen, Fahrtreppen und Aufzügen den Personenverkehr auf einem Hauptbahnhof mit täglich etwa 16.000 Fahrgästen zügiger gestalten. Die Bahnreisen wären an diesem Punkt angenehmer und neue Fahrgäste könnten dazu kommen, die zur Zeit in den Verkehrsprognosen noch nicht enthalten sind. Das Bereitstellen von Kapazitäten in der Erwartung, dass sich die Nachfrage dann erhöht, ist bei anderen Verkehrsarten, z.B. am Flughafen Lübeck-Blankensee, gang und gäbe.

Es ist offenbar aussichtslos, die Bahn AG zu einer Umplanung mit Zusatzkosten zu Gunsten der Rolltreppen zu bewegen. Aber selbst der nachträgliche Einbau in der Zukunft wird mit der aktuellen Bahnhofsplanung ausgeschlossen. Unsere Fraktion wird daher beantragen, dass die Bürgerschaft die Bahn auffordert, "den Wiederaufbau des Lübecker Hauptbahnhofs in der Art zu gestalten, dass der Einbau von Fahrtreppen zu einem späteren Zeitpunkt möglich bleibt". Vielleicht kommt es, wie schon in der Juni-Sitzung, wieder zu einer einstimmigen Resolution der Bürgerschaft.

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