Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 20. September 2004

CDU-Haltung zur "Walli" wird immer mehr zum Fiasko

V.i.S.d.P: Thomas Schalies

FDP

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Autor: Thomas Schalies

Die seinerzeit vor Kraft nur so strotzende CDU-Bürgerschaftsfraktion wollte es gleich zu Beginn der Wahlperiode allen beweisen, dass nun ein anderer, konservativer Wind im Rathaus weht - menschlich verständlich, wenn man die zuvor bestehende jahrelange Dominanz der Sozialdemokraten im Rathaus in Betracht zieht. Dass Siegestrunkenheit selten fundierte Entscheidungen hervorbringt, wird einmal mehr am Beispiel der "Alternative" auf der Wallhalbinsel deutlich. Der damalige CDU-Sprecher zu diesem Thema Oliver Fraederich stellte dem staunenden Publikum den Räumungsbeschluss der CDU als Beitrag zur Haushaltssanierung dar. Die FDP-Fraktion hatte von Anfang an davor gewarnt, dass eine Umsiedelung des selbstverwalteten Jugendzentrums für die Stadt eine - völlig unnötig - "teure Tasse Tee" werden dürfte. Allein die Altlastensanierung auf dem Wallhalbinsel-Grundstück wird in die Millionen gehen. Langsam wird klar, dass unsere Befürchtungen durchaus realistisch sind. Das jetzt von "Alternative" und Verwaltung in die engere Wahl gezogene Ersatzgrundstück "Wasserkunst" gehört der Stadt gar nicht, sondern müsste den Stadtwerken mit Steuergeldern abgekauft werden. Abgesehen davon, rebellieren bereits jetzt die dortigen Anwohner gegen eine mögliche Nachbarin "Alternative". Wie gemunkelt wird, soll sich die CDU jetzt intern auf den Bauhof am Buniamshof als Ausweichquartier festgelegt haben. Aber auch dieser Standort käme die Stadt teuer, weil dort aufgrund unzureichenden Gebäudebestandes erhebliche bauliche Investitionen erforderlich wären. Und dies alles, obwohl für das jetzige "Walli"-Grundstück weit und breit kein Investor in Sicht ist! Die FDP-Fraktion appelliert deshalb erneut an die CDU, in Sachen "Walli" zur Vernunft zurückzukehren. Ein solch weiser Schritt würde den Wahlchancen eines möglichen CDU-Bürgermeister-Kandidaten Klaus Puschaddel im übrigen sicher eher zugute kommen als blinder Aktionismus, der den Steuerzahler teuer zu stehen kommt!

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