Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Ausgabe vom 27. September 2004

Ein gemeinsamer Nenner

Vereinbarung für nachhaltige Entwicklung von Hafen- und Schiffahrtsunternehmen

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Die Nils Holgersson der TT-Line zählt zu den umweltfreundlicheren Schiffen: Anstelle von Schweröl setzt die TT-Line Marine Diesel Oil (MDO) als Brennstoff ein.; Foto: TT-Line

Ohne Zweifel sind die riesigen Fähren, die in den Hafen Travemündes tagtäglich einlaufen, schön anzusehen. Doch das visuelle Vergnügen und die wirtschaftliche Bedeutung des Schiffsverkehrs haben eine Kehrseite: Die Fähren - manche mehr, manche weniger - stinken und machen Dreck. Um Abhilfe zu schaffen und langfristig den Spagat Travemündes als einerseits größten Fährhafen Europas und andererseits wichtigen Tourismusstandort zu meistern, wurde vor drei Jahren das Projekt "Umsetzung der Agenda 21 in den europäischen Seehäfen am Beispiel Lübeck-Travemünde" ins Leben gerufen. Eine umweltfreundlichere, nachhaltige Entwicklung der Ostseeschiffahrt ist das Ziel des Projektes. Ende des Jahres läuft das vom Umweltbundesamt geförderte Vorhaben aus. In der vergangenen Woche stellten Ralf Giercke, Projektleiter und Umweltbeauftragter der Stadtwerke Lübeck, und Manfred Hellberg vom Bereich Umweltschutz das Ergebnis Vertretern vonReedereien, Hafenbetreibern und der Presse vor.

Da eine europaweite, gesetzliche Lösung zur Reduzierung der Emissionsquellen im Hafen- und Schiffsbereich sobald nicht zu erwarten ist - voraussichtlich im Jahr 2010 soll diese in Kraft treten - ist ein Entwurf für ein Memorandum of Understanding (MoU) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (GAUSS) erarbeitet worden. Christian Bahlke, Projektmanager bei GAUSS, stellte das MoU vor. Dieses soll im Oktober an das Umweltbundesamt in Berlin gehen, einfließen in das von der EU geförderte Folgeprojekt "New Hansa" und im kommenden Jahr Mitgliedern der UBC zur Unterzeichnung vorgelegt werden.

"Das Memorandum of Understanding ist eine Vereinbarung, wie wir in Zukunft verfahren wollen", sagte Giercke. "Anregungen begrüßen wir und nehmen wir gern auf", sagte Hellberg in Richtung Vertreter der Hafenwirtschaft.

Das MoU zielt auf eine nachhaltige Entwicklung von Hafen- und Schiffahrtsunternehmen ab. Es formuliert Ziele, die es "in ihrer Kombination im Gesamtbild zu einem anspruchsvollen Standard macht" (Giercke). Um potentielle Zeichner nicht abzuschrecken, seien diese jedoch nicht zu hoch gesteckt.

Unterzeichner, das können Städte, Häfen, Hafenunternehmen und Reedereien sein, verpflichten sich freiwillig, bestimmte Anforderungen einzuhalten. Diese zielen darauf ab, Verschmutzungen durch

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