Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 19. Mai 1998

Theaterporträts

Ein weites Feld: Die Sängerin Elisabeth Kraus

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Elisabeth Kraus; Foto: TL

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Die Sängerin Elisabeth Kraus

An die Fachbezeichnung "lyrische Koloratursoubrette" wird der Besucher des Lübecker Musiktheaters nicht denken, wenn er Elisabeth Kraus hört und die Leichtigkeit, mit der sie ihre Partien im Großen Haus singt. Aber so heißt nun einmal das Gebiet, in dem die junge Sängerin zu Hause ist - und das ihr weites Feld abdeckt: Da ist der Höhenflug der Olympia in "Hoffmanns Erzählungen", da steht die rassige Frasquita in "Carmen" neben dem gefühlvollen Amor in "Orpheus und Eurydike", da sind schließlich die so unterschiedlichen Stubenmädel Susanna ("Figaros Hochzeit") und Adele ("Die Fledermaus").

Diese Vielfalt der Charaktere war mit ausschlaggebend, warum Elisabeth Kraus aus Offenburg in Baden Sängerin geworden ist. Sie stammt aus einem musikalischen Elternhaus, sang in Chören, wollte eigentlich Cello studieren, spielte auch in diversen Orchestern - "aber die Kombinationsmöglichkeit von Gesang und Darstellung, von Musik und Sprache war für mich interessanter, vielfältiger."

Sie wollte "in verschiedene Rollen schlüpfen, Situationen und Charaktere darstellen, die mit der Privatperson nichts zu tun haben". Elisabeth Kraus hat aber gemerkt, daß die Partien "mich als Privatperson immer wieder fordern, an Grenzen bringen, mich dadurch bereichern und wachsen lassen".

Gewachsen ist ihr Können - nach dem Studium in Köln und Aachen, nach dem ersten Engagement in Kaiserslautern - und nun hörbar für die Lübecker Opernfreunde.

In der nächsten Saison singt sie die Gretel, das Blondchen in Mozarts "Entführung" und die Nannetta in Verdis "Falstaff". Diese Partien, zusammen mit jenen in den Wiederaufnahmen, führen ihre Bandbreite vor. Und sie füllen die Sängerin aus.

Die schönen Partien trösten darüber hinweg, daß ihr praktisch keine Zeit bleibt, Konzerte zu geben.

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