Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 09. November 2004

Sammelaktion für Kriegsgräber

Poltiker gaben Startschuss - Schüler bitten bis zum Totensonntag um Spenden

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Sie alle sammelten für den guten Zweck: Zehn Soldaten der Plöner Marineunteroffiziersschule und (vorn v. l. n. r.): Gerhard Kühnemundt, Kreisvorstand des Volksbundes, Niko Willert, Astrid Stadthaus-Panissié, Kultursenatorin Annette Borns, Peter Sünnenwold sowie Senator Thorsten Geißler ; Foto: M. S. Niemann

Rund 300 Schüler elf Lübecker Schulen werden bis zum 26. November in der Hansestadt unterwegs sein, um Passanten um kleine Spenden für Neuanlage und Pflege bereits bestehender deutscher Kriegsgräber im Ausland zu bitten. Der Startschuss fiel am 3. November, an diesem Tag beteiligten sich Vertreter der Politik, des Volksbundes Lübeck und zehn Soldaten der Marineunteroffiziersschule aus Plön für einen Tag an der Sammelaktion. Vom Büro des Stadtpräsidenten aus ging es in die City: "Bitte eine Spende für die Kriegsgräber-Fürsorge!"

Da die Schüler "nur" auf den Straßen sammeln dürfen, freute sich der Vorsitzende der Lübecker Kriegsgräberfürsorge Ernst Lissina über die Hilfe der Marinesoldaten - diese dürfen in die Häuser.

"Im vergangenen Jahr sammelten die Schüler zirka 5.000 Euro" sagte Lissina. Der Volksbund (in gesamt Deutschland) kümmert sich im Auftrag der Bundesregierung um rund 1,9 Millionen Gräber deutscher Soldaten im östlichen und westlichen Ausland. Ungefähr 40.000 Kriegstote konnten 2003 in der ehemaligen Sowjetunion geborgen werden und Vermisstenschicksale aufgeklärt werden.

"Darum ist jede Spende von großer Bedeutung", so Lissina. Heute werde es zudem immer schwieriger, Helfer-Engagement zu finden. Die Schülerinnen Schüler werden für die Zeit der Sammelaktion für einige Stunden vom Unterricht freigestellt. "Denn Lernen passiert nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch draußen" bekräftigte Kultursenatorin Annette Borns. "So können junge Menschen fassbar spüren, was Krieg bedeutet und werden in ihrem weiteren Leben alles daran setzen, künftigen Krieg zu vermeiden".

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