Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 23. Februar 2019

Ausgabe vom 16. November 2004

Nur Winterblues?

Nächste Veranstaltung im Januar 2005

"Der Begriff Depression wird leider im allgemeinen Sprachgebrauch verwässert", beklagte Dr. phil. Susanne Trenkamp auf der Vortragsveranstaltung der Business und Professional Women Club Lübeck. Das führt oft dazu, dass wirklich medizinisch relevante Depressionen nicht erkannt und einer Behandlung zugeführt werden können. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung, also jede vierte Frau und jeder achte Mann erkranken im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen Depression. Häufig bleibt eine Depression unerkannt, denn neben den psychischen Symptomen wie z.B. langandauernde Niedergeschlagenheit können auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Gewichtsabnahme, rasche Erschöpfbarkeit und sexuelle Lustlosigkeit auf eine depressive Erkrankung hinweisen.

Die Betroffenen ziehen sich aus sozialen Bezügen zurück, sind antriebslos, verlangsamt oder von starker Unruhe geplagt.

"Was kann ich als Angehörige eines depressiven Menschen tun?" war eine Zuhörerinnenfrage, die alle interessierte. Wichtig ist es, offen zu sein, Beobachtungen anzusprechen, dem Betroffenen schildern, wie die Umwelt ihn oder sie wahrnimmt. "Versuchen Sie den Menschen zu bewegen sich Hilfe zu holen, unterstützen sie ihn, sich zu bewegen, den Tag zu strukturieren, denn Depression ist eine ernsthafte Krankheit, die in zirka 15 Prozent der Fälle tödlich mit einem Suizid endet", informierte die Psychologische Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Dr. Trenkamp.

Auch Kinder und Jugendliche können an Depression leiden. Schon Grundschulkinder können betroffen sein, berichtete Dr. phil. Dorothee Verbeek vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Im Laufe der Pubertät erkranken 2,4 bis 3,6 Prozent der Jugendlichen, Mädchen sind deutlich stärker betroffen. Bei Mädchen äußern sich Depressionen z.B. in Angst- oder Essstörungen, Schulleistungsstörungen, suizidale Gedanken, Jungen reagieren eher aggressiv oder mit Drogen- und Alkoholmissbrauch.

"Eigene Betroffenheit oder reines Interesse - an der lebhaften Diskussion können wir sehen wie wichtig dieses Thema für viele ist. Wir haben viel dazu gelernt nach dem Motto des Vortrages `Depression- Wissen hilft weiter'", sagte Silke Wolff, die 1. Vorsitzende des Business and Professional Women Club Lübeck e.V. (BPW) in ihrem Schlusswort. Die nächste öffentliche Veranstaltung des BPW wird der Neujahrsempfang am 11. Januar 2005 sein. Interessierte können sich über den BPW unter www.bpw-germany.de und über Depression unter www.buendnis-depression.de informieren.

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