Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 19. Mai 1998

Nicht alles kann veröffentlicht werden

Sie werden sich vielleicht wundern, in dieser Woche aus meinem Arbeitsbereich keine konkreten Fälle geschildert zu bekommen. Das liegt nicht daran, daß es solche Fälle nicht gibt, sondern es hat damit zu tun, daß Eingaben und Beschwerden und Anregungen häufig sehr persönlicher Natur sind und eine Veröffentlichung deshalb nicht möglich ist.

Deshalb nutze ich diese Ausgabe dazu, um Ihnen mitzuteilen, daß es durch die Stadtzeitung möglich wurde, die Stelle für Eingaben, Beschwerden und Anregungen mehr in das öffentliche Bewußtsein zu bringen.

In den vergangenen Jahren hatten wir auf das Jahr gesehen jeweils knapp unter 400 Anregungen, Beschwerden und Eingaben. In diesem Jahr haben wir bis zum heutigen Tage bereits 215 Fälle registriert.

Es handelt sich dabei um ganz unterschiedliche Probleme. Es sind überwiegend Einzelfälle; aber manchmal sind es auch grundsätzliche Themen, über die man in der Stadtzeitung berichten kann und die im Regelfall auch im Sinne des Bürgers und der Bürgerin gelöst werden können.

Ich sehe meine Aufgabe auch darin, dem Bürger und der Bürgerin, die sich an uns wenden, das Verhalten und die Entscheidungen der Verwaltung plausibler darzulegen.

Es ist häufig der Fall, daß aus den Bereichen der Hansestadt Lübeck insbesondere schriftliche Mitteilungen erfolgen, die sehr nüchtern und sehr juristisch abgefaßt sind, was in vielen Fällen auch erforderlich ist. Es fehlt dann aber häufig der Hinweis auf den Sinn der behördlichen Regelung. Mir ist gerade in diesen Bereichen aufgefallen, daß Bürgerinnen und Bürger, die den Sinn einer rechtlichen Regelung erfahren, diese auch akzeptieren, selbst wenn sie für die Betroffenen negativ ist. Ich weiß, daß die Bereiche der Hansestadt aus unterschiedlichen Gründen eine solche Aufklärung nicht immer leisten können, wobei es nicht der gute Wille ist, der fehlt. Deshalb nehme ich diese Chance wahr.

Neben Eingaben, Beschwerden und Anregungen gingen in den letzten Wochen verschiedentlich Wünsche aus der Bevölkerung ein, über allgemeine Themen wie zum Beispiel die Haushaltspolitik oder die Verwaltungsstrukturreform unterrichtet zu werden. Diese Anfragen sind in den genannten Zahlen noch nicht enthalten.

Bei solchen Wünschen kann man fast nie schriftlich antworten, sondern muß das Gespräch mit dem Bürger oder der Bürgerin suchen. Dieses habe ich in den vergangenen Monaten verschiedentlich getan - und es hat sich ausgezahlt, unabhängig davon, ob der Gesprächspartner und ich am Schluß einer Meinung waren oder nicht.

Ich bin der Auffassung, daß solche Gespräche geführt werden müssen und meine Funktion einen Beitrag dazu leisten muß. Sie kommen dem politischen Ziel der Hansestadt näher, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Mitwirkung am Stadtgeschehen anzuregen.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de