Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 19. Mai 1998

Sechs Tote und viele Verletzte

Explosion vor dem Krankenhaus Süd - Feuerwehr übt Großschadensereignis

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Koordinierung der Rettungsarbeiten am Unfallort; Foto: C. Przywara

Jürgen Kaeker runzelt die Stirn. Da scheint sich etwas zusammenzubrauen, spürt der Feuerwehrbeamte in der Leitstelle der Feuerwehr an der Bornhövedstraße. Seit 8.47 Uhr laufen in Sekundenabständen Notrufmeldungen auf: Beim Krankenhaus Süd habe es eine Explosion gegeben. Ein Löschzug ist zwar schon auf dem Weg, aber den vielen Anrufen entnimmt der Einsatzleiter, daß es sich um kein "normales Feuer" handelt. Explosion vor dem Krankenhaus, bedeutet auch höchste Gefahr für die Patienten. Kaeker zögert nicht länger und ruft den Krisenstab zusammen.

Um 9.02 Uhr sitzen Bernd Neumann als Leiter des Führungsstabes, Rainer Löwe als Lagedienstleiter sowie Dieter Schenke und Reinhard Albert, die im Falle eines Großschadensereignisses für die personelle und materielle Versorgung am Unfallort zuständig sind, im Lageraum der Feuerwehr zusammen. Jürgen Kaeker informiert über den aktuellen Sachstand.

Patienten müssen verlegt werden

Ein Tanklastwagen ist vor dem Technikbereich des Krankenhauses explodiert, die Unfallursache ist noch unklar. Durch die Explosion ist die Versorgung der über 300 Patienten im Krankenhaus gefährdet, eine Verlegung der Betroffenen scheint unerläßlich. Hubschrauber müssen dafür angefordert und weitere Einsatzkräfte an den Unfallort geordert werden. Neben der Berufsfeuerwehr sind auch die Freiwilligen Feuerwehren alarmiert und einsatzbereit. Zusätzlich werden Rettungskräfte aus den umliegenden Kreisen um Hilfe gebeten.

Der Krisenstab im Feuerwehrgebäude steht jetzt in enger Verbindung mit der Einsatzleitung am Unfallort; die Vorgehensweise wird abgestimmt. Neben den Löscharbeiten sind zeitgleich die Evakuierungsvorbereitungen zu treffen. Dabei muß zunächst geklärt werden, wieviele Verletzte oder Tote es gegeben hat und inwieweit die Pa- tienten des Krankenhauses durch die Explosion zu Schaden gekommen sind.

Medienbetreuung vor Ort

Mittlerweile sind die Medien auf den Unfall aufmerksam geworden. Zahlreiche Anfragen gehen in der Leitstelle ein, die ersten Fernsehteams erscheinen am Unglücksort in der Kronsforder Allee. Der Krisenstab holt sich für die Betreuung und Information der Medienvertreter Hilfe aus dem Bereich der Presse- und

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