Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 29. Dezember 2009

Faust-Textbuch unterm Weihnachtsbaum

Vorbereitungen für Wiederaufnahme laufen auf Hochtouren

"Mein Faust-Textbuch lag unterm Weihnachtsbaum", scherzt Andreas Hutzel, der im Lübecker Stadttheater den Faust mimt. Zusammen mit Schauspielkollegin Anne Schramm - Gretchen/Helena - bereitet er sich akribisch auf die Wiederaufnahme von "Faust. Der Tragödie Erster Teil" am 8. Januar vor. Ende Januar und Ende Februar folgt dann je noch eine Aufführung, bis das Stück im Großen Haus abgespielt ist.

Die bisherigen Vorstellungen unter der Regie von Schauspieldirektor Pit Holzwarth glänzten mit einer 98-prozentigen Auslastung. "An die Erwartungshaltung des Publikums will ich jetzt lieber noch nicht denken", erklärt Hutzel, denn "Faust jetzt wieder hochzuholen sei eine Herausforderung." Er hoffe, wie auch Gretchen-Darstellerin Schramm, dass noch viele Textpassagen hängen geblieben seien und sich das Situationsgedächtnis beim Proben wieder einschalte.

"Eine nicht ganz leichte Situation", weiß Dramaturg Michael Birkner. Textlich ändere sich bei der Wiederaufnahme nichts, aber in der Besetzung. Thomas Gräßle, der neben Wagner auch noch einige kleinerer Rollen spielte, müsse wegen seines Weggangs nach München ersetzt werden.

"Aber das schaffen wir", ist Birkner sicher. Schließlich wisse auch er um die hohe Erwartungshaltung des Publikums: "Die Inszenierung kam sehr gut an. Die besondere Interpretation wurde gut angenommen und daran müssen wir mit der Wiederaufnahme anknüpfen." Man sei dankbar, dass das Publikum die "destillierte Handlung" so unvoreingenommen akzeptiert habe. Denn von einem "Schul-Faust" mit Greis und Teufel sei man weit entfernt.

Für drei Aufführungen Umbesetzungs- und Arbeitsproben zu durchlaufen, den Text reproduzieren zu müssen - lohnt sich das? "Faust ist ein großer Abend. In dieser Dimension würde es sich auch für eine Aufführung lohnen", relativiert Hutzel. Und eine Wiederaufnahme bringe auch Vorteile mit sich: "Die Grundpfeiler sind gelegt, der Abstand zum Stück hat die Figur sacken lassen, gefestigt und verinnerlicht.", so Anne Schramm. Schließlich ändere sich auch der Blick auf die Rolle. Hutzel, der zeitgleich den Nathan in "Nathan der Weise" probiert, spürt zudem einen Einfluss dieser Rolle auf seinen Faustcharakter. "Das passiert dann, wenn man zeitnah viele klassische Texte spielt." Dennoch wolle er den Faust so konkret wie möglich fassen und auf die Bühne bringen, auch wenn er immer ein Stück geheimnisvoll bleibe. "Bei Faust öffnen sich immer neue Türen."

Verlosung: Wir verlosen 3x2 Freikarten für Wiederaufnahme am 8. Januar um 19.30 Uhr im Großen Haus. Schicken Sie eine Email bis zum 4. Januar an schwartau@wittich-luebeck.de, Stichwort: "Faust".

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