Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 22. Februar 2005

Zitterpartie am Wahlsonntag

Lübeck wählte erneut anders als Schleswig-Holstein

Die letzten Nachrichten im Landtagswahl-Krimi sagen es: Mit wahrscheinlich einem Sitz Mehrheit kann sich die bisherigen Ministerpräsidentin Heide Simonis in die nächste Legislaturperiode retten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine Koalition mit den Grünen und dem SSW. Letzterer hat verlauten lassen "sich eine Regierung mit der SPD und den Grünen vorstellen zu können". Damit entscheidet das Sonderrecht der dänischen Minderheit, die Fünfprozenthürde nicht nehmen zu müssen, über den Ausgang der Wahlen. Die CDU ist zwar stärkste Partei im Lande geworden, schafft jedoch unter diesen Voraussetzungen trotz Zusammentun mit der FDP keine Regierungsmehrheit. In Lübeck scheint "Normalität" eingekehrt zu sein; denn die Hansestadt zeigt sich als "rote Hochburg", in der sich selbst die drei Direktkandidaten der SPD erfolgreich gegen alle ihre Mitbewerber durchsetzen konnten.

Deutliche Abweichung

Das Ergebnis der Landtagswahl vom 20. Februar weicht in Lübeck erneut deutlich vom Landesergebnis ab. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis, das in der Wahlnacht für Lübeck bereits um 21.55 Uhr feststand, hat die SPD in der Hansestadt mit 43,8 Prozent die meisten Zweitstimmen gewonnen und rund 5,1 Prozentpunkte mehr errungen, als alle Wahlkreise des Landes im Durchschnitt (38,7). Sie verlor jedoch gegenüber der letzten Landtagswahl 3,5 Prozentpunkte (Landesschnitt - 4,6). Dagegen schnitt die CDU in Lübeck mit 34,5 Prozent (+ 3,5) insgesamt 5,7 Prozentpunkte schlechter ab als im Landesschnitt (40,2). Die Grünen holten in der Hansestadt 7,3 Prozent (- 0,9), auf Landesebene nur 6,2. Die Freien Demokraten wiederum lagen mit 6,2 Prozent (- 0,6) in der Hansestadt 0,4 Prozentpunkte unter dem Landesergebnis (6,6).

Der NPD errang in Lübeck 2,5 Prozent der gültigen Stimmen (Landesschnitt 1,9). Der SSW kam auf 2,1 Prozent, d.h. auf 1,5 Punkte weniger als im Landesdurchschnitt (3,6), aber auf einen geringfügig größeren Stimmenanteil als bei der letzten Landtagswahl 2000 in Lübeck, als sie 2,0 Prozent erreichte. Die PDS kam mit 1,6 Prozent ( - 0,4) ins Ziel (Land 0,8).

Die Wahlbeteiligung in Lübeck lag mit 60,3 Prozent noch einmal 2,1 Prozentpunkte niedriger als 2000 und rund 6,7 Prozentpunkte niedriger als im Landesschnitt.

Lübecker SPD klar vorn

Alle drei Lübecker Wahlkreise wurden klar von Kandidaten der SPD gewonnen: Im Wahlkreis 35 West setzte sich MdL Thomas Rother mit 49,6 Prozent gegen den CDU-Bewerber Christopher Lötsch (36,2) durch. Den Wahlkreis 36 Ost gewann der erstmals angetretene Hans Müller mit 45,2 Prozent gegen seinen CDU-Konkurrenten Frank Sauter (40,8). Und im Wahlkreis 37 Süd obsiegte MdL Wolfgang Baasch mit 46,0 Prozent über die christdemokratische Landtagsabgeordnete Jutta Scheicht (32,2).

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