Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. September 2019

Ausgabe vom 14. Juni 2005

Minister gab klares Bekenntnis

Dietrich Austermann informierte sich über Flughafen Blankensee

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Gute Aussichten für den Flughafen Blankensee. ; Foto: M. S. Niemann

Schleswig-Holsteins neuer Wirtschaftsminister Dietrich Austermann besuchte vergangene Woche den Lübecker Flughafen und gab ein klares Bekenntnis der Landesregierung zum weiteren Ausbau des Flughafens und zur Einbindung privater Investoren in die weitere Entwicklung ab.

Austermann wurde über die zukünftigen Entwicklungen und Planungen des Flughafens in Begleitung von Dr. Wolfgang Zeichner, Leiter der Abteilung Verkehr des Wirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein, Flughafenchef Dr. Peter Steppe, Matthias Seidenstücker, Chairman Executive Chairman Development Director Airports des neuseeländischen Investors Infratil Limited HRL Morrison & Co Ltd. HRL Morrison & Co Ltd., dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Flughafens, Uwe Küsel, Wirtschaftsenator Wolfgang Halbedel und Bürgermeister Bernd Saxe informiert.

Klärung angestrebt

"Ich rechne damit, dass der Gutachter bis Ende September seine Vorstellungen zum Konzept für Schleswig-Holstein und Hamburg vorlegen wird", sagte Austermann in der anschließenden Pressekonferenz in Bezug auf die Vergabe eines Luftverkehrskonzeptes. Es sei klar, dass die Flughäfen in Kiel, Westerland und Lübeck Bestand hätten. Durch das Konzept solle geklärt werden, welche Standorte im Land erweitert, also ausgebaut werden könnten und welche (Standorte) nicht mehr nötig seien.

Damit sind Irritationen der vergangenen Tage ausgeräumt, die insbesondere zu Kritik in der Hansestadt Lübeck führte. Zunächst hieß es, dass Luftverkehrskonzept werde von einer Tochter der Hamburger Flughafengesellschaft erstellt. Lübecks Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel begrüßte die deutliche Aussage des Wirtschaftsministers ausdrücklich. Klar positioniert hat sich Minister Austermann auch bei Fragen zum Naturschutz. "Es wird einen Entwurf geben. In ihm wird stehen, inwieweit Naturschutz möglich und nötig ist." Es gehe um eine maßvolle Eingrenzung des Naturschutzes, wobei festgelegt werde, was unbedingt erforderlich ist und was nicht. Gleichwohl lasse man den "Naturschutz nicht hinten runter fallen".

Startbahnverlängerung

Wirtschaftssenator Halbedel teilte in diesem Zusammenhang mit, dass Ende Juni mit dem vorläufigen Ende des derzeit laufenden einstweiligen Rechtschutzverfahren zum Planfeststellungsverfahren des Flughafenausbaus vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig (OVG) zu rechnen sei. Somit könne dann bei einer positiven Entscheidung planmäßig bis Oktober diesen Jahres die Startbahn des Lübecker Flughafens um weitere 224 Meter auf dann insgesamt 2326 Meter verlängert werden. Im Mai 2002 ist das Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden. Es sieht vor, die Start- und Landebahn in Richtung Osten um 224 Meter unter Einbeziehung eines Abschnitts des Rollweges (Taxiway "R") von 300 Metern auf insgesamt 2326 Meter zu verlängern und die Rollwege besser anzubinden.

Realisierung von Projekten

Austermann gab weiterhin bekannt, dass ihm Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe zusicherte, dass drei wichtige Infrastrukturprojekte nun realisiert würden: So werde ab September 2005 mit dem Bau der Bundesstraße B 207 neu begonnen.

Durch diese Investition in Höhe von 28 Millionen Euro (davon 25 Millionen Euro für den Straßenbau) werde sowohl Groß Grönau vom Durchgangsverkehr entlastet als auch der Flughafen Lübeck besser angebunden. Zudem würde die 160 Millionen Euro teure Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg - Lübeck, einschließlich des Hafens in Travemünde umgesetzt. Durch den zweigleisigen Ausbau dieser Strecke werde der Lübecker Hafen damit zum Ostseehafen für Hamburg, so Austermann. Weitere 15 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Nordostsee-Kanals.

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