Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ausgabe vom 14. Juni 2005

Erinnerungen an einen besonderen Mann

Albrecht Schreiber bringt Buch über den "Rabbi von Lübeck" heraus

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Albrecht Schreiber brachte die Erinnerungen Chaim Cohns auf (Buch)Papier und schuf somit eine Erinnerung an ein Teil wichtiger Lübecker Geschichte.; Foto: M. S. Niemann

Im Jahre 1995 besuchte Albrecht Schreiber Chaim Cohn, den Enkel des Rabbi von Lübeck, Salomon Carlebach (1845 bis 1919), in Jerusalem. "Seine Wohnung sah aus wie ein einziges Antiquariat, Bücher und Erinnerungen waren bis unter die Decke gestapelt", so Schreiber. Schreiber bat ihn, Erinnerungen an seinen Großvater aufzuschreiben, was Chaim Cohn, ehemaliger Justizminister und Generalstaatsanwalt Israels, in gewohnt kleiner Handschrift auf zehn Seiten tat. "Das war die Inspiration, das Büchlein `Großvater Salomon, der Rabbi von Lübeck' herauszugeben", erzählt Schreiber. Er wolle damit einem großen Mann des Judentums gedenken, der in Lübeck in Vergessenheit geriet und doch gerade hier große Dinge vollbrachte.

Gebürtig am 28. Dezember 1845 in Heidelsheim (Baden), trat er am 4. Juli sein Amt als Rabbi in Lübeck an.Von 1876 bis 1895 war er Mitglied der Bürgerschaft. Am 10. Juni 1880 übergibt der Rabbiner die Synagoge zu Lübeck ihrer Bestimmung, sie besteht nunmehr 125 Jahre. Salomon Carlebach heiratete 1872 Esther Adler, mit ihr bekam er zwölf Kinder.

"Die Carlebachs sind weltweit eine bekannte, anerkannte jüdische Familie", erzählt Albrecht Schreiber. Felix Carlebach, ein Enkel des Rabbiners, wurde 1987 Ehrenbürger Lübecks. Er lebt heute in Manchester. Joseph Carlebach, achtes Kind von Salomon Carlebach, wurde später der große Hamburger Carlebach. Ihm zu ehren wird in absehbarer Zeit der Carlebach-Park im Hochschulstadtteil eingeweiht.

Dr. Chaim Cohn ist der Sohn der jüngsten Tochter Salomon Carlebachs, Mirjam. Er wurde am 21. März 1911 in Lübeck geboren und starb am 10. April 2002 in Jerusalem.

"Großvater Salomon, der Rabbi von Lübeck" erschien im Selbstverlag, umfasst 16 Seiten und gibt es zum Preis von drei Euro in der Buchhandlung Arno Adler, in der Eckart-Bücherstube sowie unter ascoll@freenet.de oder per Fax: 040/406998. Die Stadtbibliothek erhielt zehn Exemplare als Geschenk. msn

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