Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 26. Juli 2005

Fernöstliche Kultur in Lübeck

Japanausstellung: Länderschwerpunkt des Musik Festivals perfekter Anlass

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v. l.: Staatssekretär aus Tokio Itsunori Onodera, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Aiko Takashima, der japanische Botschafter Takashima Yushu und Kultursenatorin Annette Borns bei der Eröffnung der Japanausstellung. ; Foto. R. Bartsch

Ungewohnte Klänge am vergangenen hochsommerlichen Freitag im Zeughaus und seiner Völkerkundesammlung: Bis auf den letzten Platz besetzt war die Erdgeschoss-Halle, auf deren erster Stuhlreihe fernöstliche Gäste darauf schließen ließen, dass auch hier der Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals Japan Einzug gehalten hatte. Ungewohnte Klänge, von Professor Ulf Tischbirek offensichtlich perfekt intoniert, denen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Lübecks Kultursenatorin Annette Borns und Antje Peters-Hirt, Vorsitzende der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu Lübeck e. V., wie alle übrigen Gäste aufmerksam lauschten. Vertraute Klänge vielleicht noch für Rolf Beck, dem Intendanten des Schleswig-Holstein Musikfestivals, auf jeden Fall aber für die Ehrengäste Itsunori Onodera, Staatssekretär aus Tokio, sowie den japanischen Botschafter Yushu und Aiko Takashima. Zwei Kulturen, die in dieser Stunde aufeinander stießen: Lübeck als Stadt westlichen Weltkulturerbes, und neben dieser Musik Exponate der Ausstellung, zu deren Eröffnung man sich hier zusammen gefunden hatte. Lübecks Kultursenatorin Annette Borns begrüßte als Vertreterin der Hansestadt die Gäste. Für Sie eröffne das Festival nicht nur neue Welten, Japan sei auch ein anziehendes, aber weitgehend unbekanntes Land mit unbekannten Vorzügen ist. Nach dem Grußwort Rolf Becks führte Dr. Heinz Spielmann, Bucerius Kunst-Forum (Hamburg), in die Ausstellung ein und sorgte für viel Spannung auf den nachfolgenden Rundgang. Bei der Ausstellung in der Lübecker Völkerkundesammlung sind in zehn Themenbereichen japanische Traditionen zu sehen, vorwiegend ab der späten Edo- und der Meiji-Zeit, also ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie spiegelt die Periode der japanischen Geschichte wider, in der sich Japan nach langer Abgeschlossenheit den Einflüssen des Westens öffnet. Die Zeit von 1603 bis 1867, wie der japanische Botschafter Yushu Takshima präzisierte: "Heute ist das jedoch ganz anders. Denn derzeit findet in Japan das Deutschland - Jahr statt. Mit 700 Veranstaltungen noch bis 2006 wird deutsche Kultur, die Gesellschaft und auch die Politik in Japan vorgestellt. Eine schöne Parallele zum Schleswig - Holstein Musik Festival!" Rüstungen, Schwerter und erlesenes Schwertzubehör geben einen Eindruck der vergehenden Samurai-Kultur. Die Völkerkundesammlung zeigt mehr als die Hälfte ihres 1000 Objekte umfassenden Japan-Bestandes, die viele Jahrzehnte im Archiv ihr Dasein gefristet und nun endlich - ergänzt durch Leihgaben von Privatpersonen - die Beachtung finden, die ihnen im Grunde zukommt. Diese Bestände waren nach eigenen Worten selbst Ministerpräsident Peter Harry Carstensen nicht bekannt. Eine gute Gelegenheit also für ihn, aber auch ab sofort für Lübecks Besucherinnen und Besucher sowie die Lübecker selbst, sich hier umzusehen. Die Ausstellung ist vom 23. Juli bis zum 30. Dezember 2005, täglich, außer montags, von 10 bis
17 Uhr geöffnet. Den Besuch der japanischen Delegation in Lübeck nahm Bürgermeister Bernd Saxe darüber hinaus zum Anlass, diese am darauf folgenden Tag im Rathaus zu empfangen.

Hier lernten die Gäste nach den Ausführungen zu Lübecks Geschichte und Gegenwart die Spezialitäten Marzipan und Rotspon kennen. Außerdem überreichte Bernd Saxe den Lübeck Leuchter als typisches Gastgeschenk, der damit wohl auch in Tokio einen Ehrenplatz erhalten wird.

Foto/Text: RB

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