Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 26. Juli 2005

Stadtpräsident empfing den Botschafter

Gäste bestachen mit sehr guten Deutschkenntnissen

In seiner Eigenschaft als Präsident des Lions Clubs Lübeck hatte Dr. Christoph Gaudecki den Botschafter Usbekistans S. E. Isan Mustavoef kennen gelernt. Jetzt hatte er den Diplomaten gemeinsam mit Wolfgang Freywald zu einem Privatbesuch nach Lübeck eingeladen, um der Verbindung weitere Grundlagen zu vermitteln. Usbekistan, ein Staat, der nach dem Zerfall der UdSSR 1991 zur demokratischen Republik wurde, und der ein Jahr später von der Bundesrepublik als souveräner Staat anerkannt wurde, ist eher bekannt als Steppenland an der Seidenstraße, das jedoch, wie beim Empfang am vorigen Donnerstag durch Stadtpräsident Peter Sünnenwold ergeben sollte, doch viel mehr aufzeigen kann. Zuvor stellte der Gastgeber erst einmal seine eigene Stadt vor, die bekanntermaßen auch ihre Geschichte hat, aber auf so viele Tausend Jahre Existenz wie das ferne Land Usbekistan nicht zurückblicken kann. Beeindruckend für den Botschafter dürfte die Darstellung der Entwicklung vor allem des Lübecker Hafens wie des Tourismus gewesen sein. Mahnende Worte Peter Sünnenwolds jedoch auch zu den Problem des in dieser Form noch jungen Staates, der in der jüngsten Vergangenheit noch mit Problemen der Beachtung der Menschenrechte und damit der Demokratie auf sich aufmerksam gemacht hat. Das wurde allerdings auch in keiner Weise in Abrede gestellt: "Wenn man abends in einer Autokratie einschläft, wacht man morgens nicht gleich in einer Demokratie auf. Es bleibt mit Sicherheit noch viel zu tun!", so der Botschafter. Wie dieser erklärte, sucht sein Land Kontakte vor allem zu Deutschland und sieht dieses wirtschaftlich und politisch als großes Vorbild. Bundeskanzler, Bundespräsident und Außenminister haben Usbekistan schon besucht. Er überraschte mit den Ausführungen zu seiner Heimat, das als bevölkerungsreichstes Land Zentralasiens gilt und dabei einen sehr jungen Altersschnitt aufweist. "Unsere Bodenschätze an Erdöl, -gas und Gold sowie der Anbau von Baumwolle, Gemüse und Obst machen uns zu seinem sehr reichen Land," erklärte er weiter. "Nun gilt es, durch eine enge Zusammenarbeit auf vor allem wirtschaftlicher Ebene eine Vermarktung aufzubauen. Das gilt auch für Beschaffung von Maschinen. Denn wir brauchen viele Arbeitsplätze, die wir unter anderem auf diesem Weg schaffen wollen." Mit Gold übrigens wird nicht gehandelt, sondern dieses wird nur als Kreditsicherheit geboten.

Entwickeln soll sich auch der touristische Austausch so beispielsweise selbstverständlich auch mit Lübeck, das dort eine große Beachtung findet. Zwischenzeitlich besuchen bereits ein Dutzend usbekische Studenten die Lübecker Fachhochschule. Diese Zahlen sollen erheblich gesteigert werden, indem die deutsche Sprache in Usbekistan bevorzugt angeboten wird.Text: RB

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de