Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 26. Juli 2005

OVG stoppt Flughafenausbau

Verkehrsminister Dietrich Austermann will schnelle Lösung mit allen Partnern finden

3890302.jpg
v.l. Bernd Saxe, Wirtschafts- und Verkehrsminister Dietrich Austermann, Karin Wiedemann, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft,Wissenschaft und Verkehr.

Die Hansestadt Lübeck und die Betreiber des Flughafens Blankensee erleben einen weiteren Rückschlag. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hat dem Antrag des BUND stattgegeben, den Ausbau des Lübecker Flughafens nicht zu genehmigen. Die ähnlichen Anträge der Nachbargemeinde Groß Grönau und privater Anwohner hatte das Gericht hingegen abgelehnt.

Verkehrs- und Wirtschaftsminister Dietrich Austermann war zu einem Krisengespräch mit Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe, Dr. Peter Steppe, dem Geschäftsführer de Flughafen GmbH und einem Vertreter der Investorenfirma Infratil. Das Unternehmen beabsichtigt den Lübecker Flughafen zu kaufen.

Eine konkrete Entscheidung, wie der Flughafenausbau noch gerettet werden kann, wurde aber gestern noch nicht gefällt. "Wir haben alle Optionen erörtert und werden diese jetzt bis Ende der nächsten Woche auf ihre Durchführbarkeit prüfen lassen", berichtete Minister Dietrich Austermann diplomatisch aus dem Gespräch. Konkret erklärte er, dass er das OVG-Urteil in Teilen für falsch hielte und dass Aufgeben keine Option für den Flughafenausbau sei.

Schließlich hatte sich der Verkehrsminister erst vor wenigen Wochen für Blankensee als Flughafenstandort ausgesprochen und eine enge Kooperation zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein angekündigt. Im übrigen stünde die gesamte Landesregierung hinter dem Lübecker Flughafen und befürwortet den Ausbau. "Die wertvolle Vorarbeit soll hier nicht im Sande verlaufen. Wir erhoffen uns vom Flughafen Blankensee hunderte bis tausend Arbeitsplätze", so Austermann.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe verkündete, dass sowohl die kaufinteressierte Firma Infratil als auch die Fluggesellschaft Ryanair weiter zur Hansestadt halten würden. "Es gibt natürlich auf allen Seiten großes Interesse an einer schnellen Lösung", so Saxe. Dietrich Austermann erklärte, man müsse im Bereich des Naturschutzverfahrens sehen, wo man etwas heilen kann und wo man einen Neuanfang machen muss. Möglicherweise müsste das Gebiet um den Flughafen anders als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. mab

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de