Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 23. August 2005

Lübeck wird für Blinde sichtbar

Stadtplan und Reliefbücher erleichtern Sehbehinderten das Leben

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Birgit Below zeigt Bernd Saxe wie Städte auch für Blinde sichtbar werden.; Foto: M. S. Niemann

"1999 ertastete ich in Weimar erstmals ein Reliefbuch, das die Stadt fühlbar machte. Und meiner Meinung nach musste so etwas auch in Lübeck möglich sein", beschreibt Birgit Below den Moment, als ihre Idee für mittlerweile vier Lübecker Reliefbücher geboren wurde. Gesagt, getan: Ein Relief-Stadtplan der Hansestadt erschien bereits 2000.

Im Jahr 2001 folgte das erste Buch, das die Innenstadt - Rathaus, Markt und St. Marien - beschreibt, Band 2 macht St. Jakobi, das Heiligen-Geist-Hospital und das Burgtor fühlbar, Band 3 erschien 2004 und befasst sich mit dem Domviertel, Salzspeicher und Holstentor. Dem östlichen Teil der Altstadt mit den vielen Gängen und Hinterhöfen sowie dem Behnhaus, St. Aegidien und das St. Annen-Museum ist nun das 4. Reliefbuch gewidmet.

Unterstützung bei ihrer Arbet erhielt Birgit Below von der Bezirksgruppe Lübeck des Blinden- und Sehbhindertenvereins Schleswig-Holstein (BSVSH), aus dem "Nachlass Ida Hartung", von der EU, Frau & Kultur, Loge zur Weltkugel und von ihrem Mann Wilhelm. "Ab und zu lieh ich ihr meine Augen", sagt dieser zwinkernd. Gedruckt wurden Stadtplan und Reliefbücher in einer Erfurter Druckerei. "Die Bücher sind eine wirkliche Hilfe für einheimische Blinde und Sehbehinderte sowie für Gäste und Touristen", lobt Bürgermeister Bernd Saxe das Engagement von Birgit Below . Waren diese Menschen bislang von der Wahrnehmung der historischen Gebäude und der Stadt ausgeschlossen, würden sie sie nun ertasten können.

Erhältlich ist der Stadtplan für zehn Euro, die Reliefbücher für fünf Euro im Welcome-Center am Holstentorplatz. msn

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