Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 23. August 2005

Plagegeister

Tipps vom Apotheker Bernd Nehlsen

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Bernd Nehlsen

Lausige Zeiten

Kaum sind die Ferien vorbei, die Kinder wieder in der Schule oder im Kindergarten, beginnt die Hochsaison für eine besonders lästige Sorte von Plagegeistern: Läuse verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Überall wo die Köpfe zusammengesteckt werden, können nicht nur Informationen oder Gerüchte weitergereicht werden, sondern es besteht (wie bei einer Erkältung) die Gefahr der Ansteckung mit diesen kleinen Krabbeltieren. Auch wenn es meist Kinder sind, die die Plage mit nach Hause bringen, sind natürlich auch Erwachsene gefährdet. Wenn also der Verdacht besteht, dass Ihr Kind oder Sie sich angesteckt haben könnten (wenn andere im Umfeld befallen sind oder das Kind sich häufig am Kopf kratzt), sollten bei Ihnen sofort die Alarmglocken klingeln.

Eigendiagnose

Läuse sind etwa 3 mm lange Insekten, die zum Glück nicht fliegen oder springen, aber durchaus schnell krabbeln können. Bevorzugt siedeln sie sich im Bereich der Schläfen und Ohren sowie im Nacken an. Bei langen, dichten Haaren hilft Durchkämmen über dem Waschbecken, um sie zu entdecken. Die Eier (Nissen) werden in der Nähe der Kopfhaut an die Haare geklebt und sind durch normales Kämmen nicht zu entfernen.

Familientherapie

Hat sich der Verdacht bestätigt, sollten Sie möglichst sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Lassen Sie sich von uns ein geeignetes Produkt empfehlen und die Anwendung erklären. Um den Erfolg zu gewährleisten, ist es sehr wichtig, gründlich und genau nach Vorschrift zu arbeiten und auch die meist nach einigen Tagen fällige Wiederholungsbehandlung nicht zu vergessen. Sicherheitshalber sollten alle Familienmitglieder behandelt werden, um eine gegenseitige Neuansteckung zu vermeiden. Und informieren Sie bitte unbedingt alle in Ihrem Umfeld über die Asteckungsgefahr, speziell natürlich Schule bzw. Kindergarten. Falsche Scham ist dabei nicht angesagt; Läuse kann jeder bekommen!

Gefährliche Blutsauger

Aktivitäten in der Natur bringen meist viel Spaß, aber die Natur spaßt nicht. Während Mücken zwar zur Plage werden können, aber in unseren Breiten keine gefährlichen Krankheiten übertragen, können Zecken dies durchaus. In Süddeutschland sowie in Süd- und Osteuropa sind viele Zecken mit dem FSME-Virus infiziert, der beim Stich übertragen wird. Vor der Erkrankung, die häufig einen schweren Verlauf nimmt, kann man sich durch eine Impfung schützen. Fragen Sie uns, wenn Sie Näheres hierzu erfahren oder das Risiko in Ihrem Urlaubsgebiet abschätzen möchten. Weltweit, also auch bei uns im Norden, können Zecken außerdem Borreliose übertragen. Gegen diese Krankheit gibt es zwar keine Impfung, aber sie ist bei rechtzeitiger Behandlung mit einem Antibiotikum gut therapierbar.

Schutzmaßnahmen

Am besten ist es natürlich, wenn die Übeltäter gar nicht erst "Appetit" auf Sie bekommen. Mücken und Zecken lassen sich durch geschlossene Kleidung und sog. "Repellents", also abweisende Mittel zum Auftragen auf die Haut, vom Stich abhalten. Wenn Sie doch eine Zecke bei sich finden, sollte diese umgehend mit einem geeigneten Gerät (z. B. Zeckenzange) so entfernt werden, dass der Körper nicht gequetscht wird.

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