Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 09. Juni 1998

LHG: Kein Grund für Pessimismus

Zwei neue Passagierfähren sollen den "Finnjet"-Verlust ausgleichen

0280101.gif
Pünktlich zurück: Am Freitag, 15.03 Uhr, war die "Finnjet" wieder da; Foto: M.Erz

Am vergangenen Freitag hat die "Finnjet"-Saison 1998 begonnen. Wenige Minuten nach 15 Uhr machte die älteste Großfähre der Ostsee an ihrem angestammten Platz fest. Doch ein Hauch von Wehmut lag über der Szenerie, denn mit dem Ende der Saison am 15. September kehrt die 31 Knoten schnelle Fähre Travemünde endgültig den Rücken. Ab Juni 1999 wird sie zwischen Rostock und der finnischen Hauptstadt Helsinki verkehren. Mit dem Imageverlust für das Ostseeheilbad sinken auch die Passagierzahlen. Experten schätzen, daß durch den ganzjährigen Wegfall der "Finnjet" zwischen 100 000 und 130 000 Passagiere weniger zu verzeichnen sein werden. Ein schwerer (Rück-)Schlag für die Region?

Ganzjähriger Linienverkehr bleibt

"Bedauerlich ist die Entscheidung der Silja Line auf jeden Fall", sagt Rolf Klein, Pressesprecher der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). "Aber es wird weiterhin ganzjährig Passagierverkehr nach Finnland geben", betont Klein. Man spreche intensiv mit Linien über neue Angebote und auch über neue Schiffe. Einzelheiten könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden, hielt Klein sich bedeckt.

Sicher ist bisher, daß der Reederei-Konzern Finnlines im Herbst und zum Jahresende zwei neue Fähren in Dienst nehmen wird: die "Finnclipper" und die "Finneagle". Die Schwesterschiffe, die zur Zeit den letzten Schliff bei Astilleros Espanoles in Spanien bekommen, werden zwischen Travemünde und Helsinki im Gegensatz zur "Finnjet" ganzjährig verkehren.

Passagierzahlen sinken

Die Fähren sind jeweils 188,3 Meter lang und 28,7 Meter breit und können neben Fahrzeugen bis zu 440 Passagiere in 187 Kabinen über die Ostsee transportieren. "Dadurch können zum ersten Mal auch größere Gruppen nach Finnland reisen", schreibt der Konzern in einer Pressemitteilung. Die beiden Schiffe sind jeweils 21 Knoten schnell.

"Wir hoffen, daß wir mit diesen beiden neuen Fähren einen Passagiereinbruch ausgleichen können", so LHG-Pressesprecher Klein. "Trotz der Entscheidung der Silja Line gibt es somit keinen Grund zum Pessimismus."

Von Januar bis April 1997 wurden 162 302 Passagiere registriert, während es im gleichen Zeitraum in diesem Jahr nur noch 121 663 waren. Auch im direkten Monatsvergleich ist dies zu erkennen: im April wurden 41 731 Passagiere gezählt gegenüber 44 544 im Vorjahr. Der Grund für diesen Einbruch, so Klein, sei darin zu sehen, daß die "Finnjet" in diesem Winter bereits nicht mehr gefahren ist.

Die Entwicklung im Hafen Lübeck sei insgesamt dennoch positiv, so Klein. "Der Fährverkehr in den Lübecker Häfen ist von Januar bis April 1998 um sieben Prozent gestiegen".

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de