Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 27. September 2005

Mehr Attraktivität für den Markt

Die Verlagerung von der Breiten Straße auf den Rathausmarkt brachte Umsatzeinbußen

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Seltenes Bild: Der Markt in der Breiten Straße.; Fotos (2): M. S. Niemann

Sie verkaufen frisches Gemüse, Obst, Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Schmuck, Blumen, Lederwaren und was der Mensch sonst für den alltäglichen Bedarf so braucht. Tag für Tag stehen Marktbeschicker hinter ihren Verkaufstresen und bieten ihre Waren feil. Angewiesen sind sie dabei auf kräftige Laufkundschaft und Stammkundschaft. So bietet sich das Bild montags und donnerstags im Herzen Lübecks.

Dass Lübecks Markttreibende nach Beendigung der Markt- und Peek&Cloppenburg-Bauarbeiten wieder zurück von der Breiten Straße auf den Rathaus-Markt zogen, blieb nicht ohne Folgen: "Wir mussten kräftige Umsatzeinbußen in Kauf nehmen", so der O-Ton der Beschicker. Aufgrund der Unzufriedenheit mit der jetzigen Situation auf dem Markt setzten sich kürzlich SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU, Michael Koch, und Sven Büssow, Vorsitzender des Verbandes der Wochenmarkthändler, zusammen um Lösungswege aus der Misere zu finden. "Wir sind darin überein gekommen, dass eine zeitliche wie örtliche Kontinuität erforderlich ist", erklärt Peter Reinhardt in einer gemeinsamen Presseerklärung der SPDund CDU. Davon hänge der Erfolg eines Wochenmarktes ab, der für den Kunden attraktiv gestaltet werden solle. Im Klartext bedeutet das, das es künftig vermieden werden soll, dass der Wochenmarkt anderen Veranstaltungen weicht. Das dürfte Manfred Dierks mit seinem Stand "Käsespezialist Dierks" freuen, gefällt ihm doch das ständige Hin und Her gar nicht: "Die Leute sind verwirrt, wenn sie uns mal hier, mal dort finden". Denn sobald Veranstaltungen auf dem Rathaus-Markt sind, weichen die Beschicker auf den Kohlmarkt und in die Breite Straße aus. Und das tun sie zurzeit; auf dem Markt wird noch bis zum 3. Oktober die "Wies'n" auf Lübsch gefeiert.

Gründe, warum die Breite Straße als Platz für den Wochenmarkt auf Dauer nicht realisierbar ist, nennt CDU-Mann Michael Koch: "Es müssten Fettabscheider und Stromanschlüsse installiert werden, die erhebliche Investitionen für die Stadt bedeuten würden. Hinzu käme das Platzproblem, da vor dem Kanzleigebäude keine Stände stehen dürfen". Ein dritter Grund sei das Verstellen historischer Bauwerke. "Darum setzen wir alles daran, den ,Markt auf dem Markt' kundenfreundlich zu gestalten".

Dankbar für das parteiübergreifende Bemühen einer Besserung der Situation für die Markthändler ist Verbandschef Sven Bössow. "Natürlich würden wir am liebsten wieder zurück in die Breite Straße. Da das nicht geht, muss alles getan werden, um die Rathaus-Marktbelebung zu fördern". Seit dem Wegfall der Postfiliale dort vor einigen Jahren gebe es messbar weniger Laufkundschaft. "Wir brauchen den Wochenmarkt in Lübeck, er ist ein Stück Kultur und unabdingbar für jede Stadt", erklärt Rössow.

Als weitere Attraktivitäts-Förderung, neben Verringerung der Veranstaltungen an Markt-Tagen, sind dauerhafte Antikmärkte angedacht. "Von gut durchdachten Maßnahmen würden wir alle nur profitieren", ist Waltraud Brinkmann mit ihrem Blumen Brinkmann-Stand überzeugt. Auch ihr machen Umsatzeinbußen zu schaffen. Zudem würden viele Händler ihren Stand ob des schlechten Geschäftes aufgeben und der Markt leere sich dadurch.

"Wir sind uns der Situation wohl bewusst", so Michael Koch. "Wenn es auf dem Rathaus-Markt irgendwann gar nicht mehr geht, muss eine Alternativ-Lösung gefunden werden". Doch im Vordergrund stehe nach wie vor, den "Markt auf dem Markt" zu etablieren. msn

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