Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 27. September 2005

Kopfschmerzen

Tipps vom Apotheker Bernd Nehlsen

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Bernd Nehlsen

Volksplage

Nachdem ich mich im letzten Monat über die besonders bei Kindern häufigen Plagegeister auf dem Kopf (Läuse) ausgelassen habe, geht es heute um die Plagegeister im Kopf, die sicherlich jedem schon mal erhebliche Probleme gemacht haben: Kopfschmerzen. Sie können die verschiedensten Ursachen und Erscheinungsformen haben und sind in jedem Fall (wie alle Schmerzen) als Warnsignale ernst zu nehmen. Um diesem vielschichtigen Thema in der hier gebotenen Kürze einigermaßen gerecht zu werden, werde ich mich auf die beiden am häufigsten vorkommenden Formen beschränken: Den sog. Spannungskopfschmerz und die Migräne.

Spannung ...

Dass Strom und Spannung etwas miteinander zu tun haben, wissen nicht nur Elektriker. Wer häufig "unter Strom" steht, also viel Stress hat oder sich überanstrengt, leidet meist auch öfter unter Verspannungen bzw. Spannungskopfschmerz. Mehr als 30 % der Bevölkerung sind gelegentlich davon betroffen. Zu spüren ist hierbei ein dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz, der häufig im Nacken oder in der Stirn sitzt bzw. sich über den ganzen Kopf ausbreitet. Er wird meist als leicht oder mittelschwer empfunden, Sie sollten aber trotzdem mit Gegenmaßnahmen nicht warten, bis die Beschwerden nicht mehr auszuhalten sind.

...Entspannung

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die auf Stress oder andere besondere Belastungen (stundenlange konzentrierte Schreibtisch- bzw. Computerarbeit) mit Kopfschmerzen reagieren, reicht es häufig schon aus, bei den ersten Anzeichen von Verspannungen eine kleine Pause einzulegen, tief durchzuatmen, gezielt die Muskulatur zu lockern und sich auf diese Weise zu entspannen. Auch eine Nackenmassage oder ein leichtes Massieren der Schläfen kann hier hilfreich sein. Für die Entspannung zu Hause haben wir Duftöle, Aromaduschen, Massageöle und vieles mehr anzubieten. Außerdem führen wir diverse Bücher und Broschüren mit Informationen und Übungen zu diesen Themen.

Schnelle Hilfe

Sollte das alles nichts bringen, ist es ratsam, mit der Einnahme eines Schmerzmittels nicht zu lange zu warten, damit der Kopfdruck sich nicht noch verstärkt. Kappen Sie den Schmerz schon in der Entstehung, sonst brauchen Sie womöglich länger (und mehr Tabletten), um ihn wieder los zu werden. Nehmen Sie ein schnell und gründlich wirkendes Mittel, das auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und ein geringes Risiko (Neben- und Wechselwirkungen) mit sich bringt. Lassen Sie sich von uns beraten!

Ursachenforschung

Leiden Sie oft unter Kopfschmerzen? Dann sollten Sie versuchen, die Ursache dafür zu finden, damit Sie nicht in Gefahr geraten, Schmerzmittel zu häufig einzunehmen. Dies kann Magen, Leber und Nieren schädigen und auf die Dauer selbst wiederum Kopfschmerzen erzeugen. In der Selbstmedikation liegt die akzeptable Grenze bei drei Tagen hintereinander bzw. zehn Tagen pro Monat. Im Zweifelsfall sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt!

Migräne?

Bei anfallartig auftretenden, starken und auf eine Kopfhälfte begrenzten Schmerzen könnte die Diagnose "Migräne" lauten. Die Erforschung dieser sehr unangenehmen Krankheit hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Ursachen (Gene und Hormone) sowie Auslöser (z. B. Stress, Alkohol, bestimmte Lebensmittel und Reize) sind weitgehend bekannt und damit zumindest teilweise vermeidbar, und es gibt einige gut wirksame neue Arzneimittel. Sie müssen sich also nicht unnötig mit Schmerzen herumplagen - fragen Sie uns oder Ihren Arzt, was Sie dagegen tun können!

Prima Klima

Neben Lärm und schlechter Raumluft kann auch ein belastetes zwischenmenschliches Klima Grund sein für das verstärkte Auftreten von Kopfschmerzen. Versuchen Sie, auch in dieser Hinsicht die Atmosphäre zu reinigen. Sprechen Sie die Probleme an, die Ihnen "Kopfzerbrechen" bereiten. Und wenn Sie im Dialog zu keiner Lösung kommen, holen Sie sich Rat und Hilfe bei anderen. Auch dabei können wir oft als Vermittler helfen (z. B. mit der Tel.-Nr. einer Beratungsstelle). Sprechen Sie uns darauf an!

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