Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 11. Oktober 2005

Klinik Travemünde - Happy End

V.i.S.d.P.: Susanne Hilbrecht

Bündnis 90 / Die Grünen

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Autor: Karl-Heinz Haase

Was lange währt, wird endlich gut. Travemünde hat mit der Praxisklinik ein Krankenhaus bekommen, das die Bedürfnisse nach ortsnaher stationärer Behandlung befriedigt und gleichzeitig gute Aussichten hat, zu überleben. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass andernorts Kliniken dieser Größenordnung wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten geschlossen werden.

Manche PolitikerInnen in Lübeck glauben fest, dass die Privatisierung der städtischen Krankenhäuser ein Schritt in das "Reich des Bösen" war. Aber ohne Privatisierung wäre Travemünde jetzt ohne Krankenhaus. Das Überleben der Klinik hängt nun allerdings maßgeblich von der professionellen Planung eines in der Sache sehr erfahrenen Konzerns ab.

Wohin staatliche Klinikplanung mitunter führen kann, ist zur Zeit an der Berliner Charitee zu besichtigen. Dort kommt es gerade zu einem kleinen Volksaufstand, weil der rot-rote Senat sein wirtschaftlich angeschlagenes Krankenhaus durch ein gnadenloses Outsourcing retten will. Das bedeutet für viele MitarbeiterInnen, dass sie jetzt ausgegliedert und für viel weniger Geld arbeiten werden. So gehen kommunale Träger häufig vor: lange Zeit wird nichts getan und irgendwann kommt der "große Befreiungsschlag". Und der trifft mit schöner Regelmäßigkeit gerade die unteren Gehaltsgruppen.

Staatliche Krankenhäuser bieten PatientInnen und MitarbeiterInnen nicht automatisch mehr Sicherheit als private. Eine Teilprivatisierung der Uni-Klinik lehnen wir aber ab, weil sie deren öffentliche Aufgaben gefährden würde. Die Alternative "öffentliche" oder "private" Gesundheitsversorgung ist falsch. Zukunftsweisend ist nur die verantwortliche Integration beider Systeme.

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